1000 Fragen an mich selbst #1

Vor viereinhalb Jahren wurde ich zur Mutter. Bis zu diesem Tag hat sich meine kleine Welt so ziemlich allein um mich selbst gedreht. Meine Probleme, meine Sorgen, meine Ziele und meine Träume waren die größten und wichtigsten. Ab der Geburt von Johannes änderte sich das schlagartig. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn diese noch nie zuvor empfundene, bedingungslose Liebe für einen anderen Menschen traf mich wie ein Schlag. Sie war kaum auszuhalten und die damit einhergehende Abkehr von mir selbst als Mittelpunkt meines Universum war wohl mit Abstand die heftigste Veränderung meines Lebens und meiner Gedankenwelt. In einem langen Prozess habe ich diese Veränderung erst akzeptieren und viel später als große Bereicherung empfinden können. Heute weiß ich, es war und ist das Bedeutsamste, was ich jemals erfahren durfte. Es gibt in meinen Augen wirklich NICHTS, was einen so wachsen lässt wie das Elternsein.

Von Selbstfindung und Achtsamkeit

Wie so vielen anderen Müttern ist es mir mit der Zeit aber auch passiert, mich selbst zu sehr in den Hintergrund rücken zu lassen und meine eigenen Bedürfnisse nicht nur hinten anzustellen, sondern komplett zu ignorieren. Die Folge waren Phasen der Traurigkeit, der Fremdbestimmung und des sich Verlorenfühlens.

Nun trete ich diese Reise ein zweites Mal an. In wenigen Wochen werde ich wieder einen kleinen Menschen in meinem /unserem Leben begrüßen. Und vielleicht ist es ein denkbar schlechter Zeitpunkt, aber vielleicht ist es auch der genau perfekte Zeitpunkt, um einfach mal zu fragen:

Wer bin ICH eigentlich?

Meine liebe Blogger-Kollegin Johanna von Pinkepank hat uns anderen Müttern da draußen diesen Denkanschubser verpasst mit ihrer Challenge „1000 Fragen an mich selbst“. Es geht darum, mal wieder in sich hineinzuhören und die vorgeschalteten Zwischentöne der Kinder, des Ehemanns und aller anderen alltäglichen Verpflichtungen abzuschalten. Was bleibt dann übrig – von MIR?

Jede Woche werde ich nun 20 dieser Fragen beantworten und mich dadurch vielleicht ein Stück weit selbst besser kennenlernen. Die Vanessa, die ich geworden bin, seit ich Mama bin und der ich seitdem so wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe. Und für Dich ist es zum einen eine Möglichkeit die Person hinter „Die Kleinschmeckerin“ zu sehen und vielleicht auch die ein oder andere Frage zu beantworten, um ein Stück näher an dein eigenes Selbst heranzukommen.

1000 Fragen an mich selbst…

Wann hast du zuletzt etwas zum ersten Mal getan?
Jetzt gerade in diesem Moment. Denn ich habe in meiner gesamten Blogger-Karriere noch nie an so einer Challenge teilgenommen. Das Wort Challenge hat mich schon immer davon abgehalten. Denn mein Leben als Mutter, Bloggerin, Autorin und ach ja – Ehefrau ist schon herausfordernd genug, sodass ich mich nie diesem Druck beugen wollte, irgendwelche Aufgaben oder Blogposts innerhalb einer bestimmten Zeit erledigen zu müssen. Diese Challenge oder diesen Aufruf von Johanna fand ich aber so schön und passend, dass ich es mal wage. Ob ich bis zum Ende durchhalte, werden wir sehen ;).

Mit wem verstehst du dich am besten?
Ich schätze mit meinem Mann. Vorallem verstehen wir uns gegenseitig oft besser, als wir uns selbst. Aber das war ja nicht die Frage. Trotzdem – ich bin am liebsten mit ihm zusammen.

Worauf verwendest du viel zu viel Zeit? Grübeln. Ich bin Weltmeisterin im „zu viele Gedanken machen“. Ich hinterfrage gerade erlebte Situationen, reflektiere meine und Davids Erziehungsmethoden, denke darüber nach, was ich die nächsten Monate erreichen will, welche lang-, mittel- und kurzfristigen To Do’s anstehen etc. Ich habe mir für dieses Jahr aber vorgenommen, ein wenig lockerer zu werden und mich mehr treiben zu lassen, als alles vorher im Kopf durchzukauen. Das ist nämlich sehr kräftezehrend und meistens überflüssig.

Über welche Witze kannst du richtig laut lachen? Über Situationskomik und kluge Ironie. Politisches Kabarett finde ich super, wenn es gute Leute machen.

Macht es dir etwas aus, wenn du im Beisein von anderen weinen musst? Das ist abhängig davon, aus welchem Grund ich weinen muss und vor wem. Durch die Schwangerschaft bin ich derzeit recht nah am Wasser gebaut und mir ist es auch schon passiert, dass ich vor Johannes geweint habe. Damit habe ich schon ein Problem, da ich  für ihn der starke Fels in der Brandung sein und bleiben möchte. Andererseits ist weinen wichtig und nur das Gegenteil von Lachen – wie meine Mama immer sagt.

Woraus besteht dein Frühstück? Kaffee, Smoothie und meistens Haferflocken mit Obst und verschiedenen Toppings. In der Schwangerschaft auch manchmal aus einem heimlichen Stück Schoki – psst!

Wem hast du zuletzt einen Kuss gegeben? Meinem Mann eben gerade, als er sich zur Arbeit verabschiedet hat. Heute gab es sogar mehrere, da wir 7-jähriges Paarjubiläum haben.

In welchen Punkten gleichst du deiner Mutter? In sehr viel mehr, als ich mir vermutlich eingestehen möchte… Nein, meine Mutter ist ein großartiger, starker und lebensbejahender Mensch. Und ich glaube tatsächlich ähneln wir uns in vielen guten wie schlechten Persönlichkeitsmerkmalen sehr stark. Äußerlich sowieso und wenn ich mit fast 60 Jahren so aussehen darf, dann kann ich mich sehr glücklich schätzen.

Was machst du morgens als erstes? Zähne putzen. Davor geht nichts. Auch kein „Guten Morgen!“

Kannst du gut vorlesen? Jaa total. Und vorallem bin ich eine richtig gute Geschichtenerzählerin. Leider auch sehr viel besser, als David, weshalb das Abendritual fast IMMER an mir hängen bleibt.

Bis zu welchem Alter hast du an den Weihnachtsmann geglaubt? Ich vermute, so richtig habe ich nie an ihn geglaubt. Aber sicher war ich mir bis zum Grundschulalter nicht.

Was möchtest du dir unbedingt mal kaufen? Ein Boot, um damit die Welt zu bereisen. Und wenn das nichts wird, dann zumindest ein Around the World Ticket.

Welche Charaktereigenschaft hättest du gerne? Ich wäre gerne geduldiger.

Was ist deine Lieblingssendung im Fernsehen? Ich schaue wirklich schon ewig kein Fernsehen mehr. Dafür aber umso mehr Netflix und Co. Momentan liebe ich die Serie „Dark“ und „The Affair“ ist auch ein großer Favorit. Über Serien kann ich mich tagelang unterhalten.

Wann bist du zuletzt in einem Vergnügungspark gewesen? Tatsächlich erst im Sommer in der Toskana und ich LIEBE die Vergnügungsparks in den USA wie Disneyland und Co.

Wie alt möchtest du gerne werden? Unendlich alt. Am liebsten würde ich garnicht sterben 😀

An welchen Urlaub denkst du mit Wehmut zurück? An unsere Thailandreise 2015 mit Johannes als einjährigem Stöpsel. Bald werden wir das wohl wiederholen. Diesmal zu viert. Auf dieses Abenteuer freue ich mich sehr!

Wie fühlt sich Liebeskummer für dich an? Es ist die schönste und zugleich schlimmste Art zu leiden, die ich bislang erfahren habe. Wenn ich daran denke, dass ich dieses Gefühl vielleicht nie wieder erlebe, werde ich paradoxerweise etwas wehmütig.

Hättest du lieber einen anderen Namen? Ich finde meinen Namen recht unspektakulär, aber er gehört zu mir.

Bei welcher Gelegenheit hast du an dir selbst gezweifelt? Ich zweifele recht häufig an mir, meinen Handlungen und den Entscheidungen, die ich treffe. Ich würde sehr gern (nun mit Anfang 30) endlich dahin kommen, mir selbst mehr zu vertrauen. Denn im Nachhinein hat sich mein Weg als durchaus gut und richtig erwiesen und es gibt selten Grund für Zweifel.

Puh, das waren die erste 20 Fragen an mich selbst. Manche so wichtig, andere doch eher banal und schnell abgehandelt. Aber es fühlt sich gut an, sich Zeit dafür zu nehmen und kurz innezuhalten. Viele Bloggerinnen haben es Johanna von Pinkepank gleich getan und sind ihrem Aufruf zu mehr Selbstfürsorge und Achtsamkeit gefolgt. Hier könnt ihr ihre Antworten nachlesen…

Photo by: http://www.chiaradoveri.com/

3 Comments

  1. Oh wie wunderbar Du Dich wieder selbst reflektierst mein Engel. Wenn doch viel mehr Menschen den Mut dazu hätten!!! Die Welt wäre schlagartig sanfter. Und ich bin ganz schön stolz auf Dich!!!

  2. ….und Deine Worte zu mir lassen mich weinen und lachen gleichzeitig. Danke dafür mein Kind!!!

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*