Zuckeralternativen: Was ich verwende und was nicht

14/06/2017

Zuckeralternativen

Warum raffinierter Zucker ungesund ist und in unserer naturbelassenen Ernährungsweise wenig zu suchen hat, habe ich vor einigen Monaten für das Papa-Onlinemagazin „Daddylicious“ ausführlich erklärt. Den Artikel kannst Du Dir hier nochmal durchlesen. Heute möchte ich einmal auflisten, welche alternativen Süßmittel ich beim Kochen und Backen verwende und warum ich auf manch‘ andere Zuckeralternativen komplett verzichte. Diese Liste kann Dir helfen, den Zuckerkonsum in Deiner Familie zu reduzieren und eure Geschmacksknospen umzugewöhnen.

Diese Zuckeralternativen verwende ich:

Ahornsirup: Ahornsirup wird aus dem eingedickten Saft des Ahornbaumes hergestellt und ist besonders in Kanada und Amerika sehr beliebt. Er besteht aus Saccharose, Glucose und Fructose und kann mit einigen wertvollen Mineralstoffen wie Magnesium, Kalium und Eisen punkten. Sein glykämischer Index (der Wert, der angibt, wie schnell der Blutzuckerspiegel steigt) liegt bei circa 50. Im Vergleich: Normaler Haushaltszucker hat einen GL von 100.
Ahornsirup hat einen karamelligen Eigengeschmack, weshalb er nicht unbedingt zu allen Gerichten passt, aber bestimmten Backwaren oder Pancakes verleiht er eine unnachahmliche Note, die wir hier zu Hause sehr mögen. Trotzdem sollte man Ahornsirup nur in Maßen verwenden und beim Einkauf darauf achten, dass er nicht mit Zuckerwasser gestreckt wurde. In Deutschland ist der Begriff nämlich nicht geschützt und manche günstigen Anbieter panschen ordentlich rum.

Kokosblütenzucker/Kokosblütensirup: Kokosblütenzucker verwende ich immer häufiger, da er beim Backen prima den normalen Haushaltszucker ersetzen kann. Er wird aus der Kokospalme gewonnen und da hierzulande keine Kokospalmen wachsen, legt er immer eine ordentliche Strecke zurück, bis er in unseren heimischen Supermärkten ankommt. Die Öko-Bilanz sehe ich daher etwas kritisch und obendrein ist Kokosblütenzucker sehr teuer. Dafür enthält er aber allerhand wertvolle Mineralien und hat einen sehr niedrigen glykämischen Index.

Vollrohrzucker: Dies ist die naturbelassenere Version des weißen Haushaltszuckers. Hier wird der Saft des Zuckerrohrs ausgepresst und zu einem Sirup eingekocht. Anschließend wird er nicht mehr chemisch oder maschinell weiterbehandelt, sondern lediglich zu Zuckerkristallen gemahlen. So bleiben die Nährstoffe enthalten.

Agavendicksaft: Agavendicksaft hat eine hohe Süßkraft bei einem niedrigen glykämischen Index. Allerdings besteht er zu einem Großteil aus Fructose, was viele Menschen nicht gut vertragen und in zu großen Mengen sehr ungesund für die Verdauung sein kann.

Honig: Eines meiner größten Herausforderung bei der Umstellung auf eine vegane Ernährung ist meine Schwäche für Honig. In meiner Familie bin ich als Honigexpertin verschrien und wenn ich nicht so eine Panik vor Bienenstichen hätte, würde ich schon längst als Imkerin arbeiten. Honig ist ein reines Naturprodukt, aber, wie so viele andere von Tieren produzierte Lebensmittel, eben nicht für Menschen gedacht. Die Bienen brauchen ihren Honig  besonders im Winter zum Überleben. Wenn man trotzdem nicht komplett auf Honig verzichten kann, sollte man darauf achten, dass er unter nachhaltigen Bedingungen hergestellt wurde. Denn auch Bienen leben in Massentierhaltungsbetrieben und werden dabei gequält und ausgebeutet. Ich schränke meinen Honigkonsum mittlerweile sehr ein, auch wenn es mir schwer fällt. Denn Honig ist sehr gesund, enthält eine Vielzahl an wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen und wirkt entzündungshemmend.  Die Bienchen wissen eben, was gut ist.

Trockenfrüchte: Trockenfrüchte kommen bei uns häufig zum Einsatz. Als Snack zwischendurch, in Form von kristallisierter Dattelsüße oder als Sirup verarbeitet. Ich verwende gerne Rosinen, Datteln, Feigen, Cranberries und getrocknete Mangos. Je nach Lust und Laune oder Rezept geben Trockenfrüchte den Gerichten eine besondere Note.

Diese Zuckeralternativen verwende ich nicht:

Weißer Haushaltszucker: Keine große Überraschung, nicht wahr? Haushaltszucker verwende ich schon seit Jahren nicht mehr. Er enthält Unmengen an leeren Kalorien, hat einen hohen glykämischen Index und liefert keinerlei nennenswerte Nährstoffe. Braucht kein Mensch!

Stevia: Vor einigen Jahren gab es einen regelrechten Stevia-Boom. Die Menschen freuten sich über eine kalorienfreie und zahnfreundliche Alternative zum (vermutlich) krebserregenden Aspartam. Doch der Hype war schnell vorbei, denn seien wir ehrlich. Stevia schmeckt einfach nicht. Der Nachgeschmack ist sowas von bitter und künstlich, dass es einem doch das Essen verdirbt. Mir ging es jedenfalls so, als ich Stevia das erste und einzige Mal probiert habe. Außerdem wird Stevia aus der Steviapflanze in einem komplizierten, chemischen Prozess extrahiert und verarbeitet, sodass man hier weiß Gott nicht von einem naturbelassenen Produkt sprechen kann. Daher findet man Stevia bislang auch nicht in Bioläden.

Xylit (Birkenzucker): Momentan sind alle verrückt nach dem Zuckeralkohol Xylit, der genauso stark süßt wie herkömmlicher Haushaltszucker, aber dabei sogar die Zähne vor Karies schützt. Doof ist nur, dass Xylit in sehr aufwändigen chemischen Prozessen hergestellt wird und ganz und garnicht natürlich ist. Wenn man zu viel davon zu sich nimmt, kann man starke Blähungen und Bauchschmerzen kriegen, da der Körper große Mengen an Xylit nur schwer verarbeiten kann.

Mein Fazit: Egal ob Ahornsirup, Kokosblütenzucker oder Dattelsüße: Um wirklich gesünder zu leben, sollte man seinen Zuckerkonsum so gut wie möglich einschränken und sich geschmacklich umpolen. Wie viel „süß“ man braucht ist nämlich reine Gewöhnungssache. Da sich die geschmacklichen Vorlieben unserer Kinder gerade erst entwickeln, können wir hier noch einiges bewirken, wenn wir zuckerärmer kochen und backen und auf natürliche Süßmittel zurückgreifen.

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