Clean Eating für Familien

03/02/2017

Vor kurzem unterhielt ich mich mit einer Freundin über meinen Blog und sie sagte dann in etwa das hier:

„Ich finde das ja alles schön und gut. Aber wenn ich Begriffe wie Slow Food oder Clean Eating höre, muss ich lachen. Denn bei uns funktioniert nichts slow und beim Essen ist auch selten alles clean. Das passt einfach nicht zu normalen Familien.“

Eigentlich sind diese und ähnliche Begriffe ja nicht anderes, als eine Umschreibung für eine bewusste und gesunde Ernährung mit vielen frischen Zutaten. Punkt. Dass dies für eine viel arbeitende Mutter wie meine Freundin eine Herausforderung darstellt, kann ich total nachvollziehen und ich glaube, da steht sie nicht alleine da. Auch ich schaffe es nicht meine Grundsätze stets einzuhalten und meine Überzeugungen immer und überall vorzuleben. Aber darum geht es auch garnicht!

Ich möchte mit diesem Blogpost gern allen Mamas und Papas den Druck nehmen. Mein Ziel mit „Die Kleinschmeckerin“ war es nie, jemanden zu belehren. Viel mehr möchte ich inspirieren und ein Bewusstsein dafür schaffen, dass gesundes Essen weder anstrengend sein noch Verzicht bedeuten muss. Es ist nicht wichtig, alle Tipps und Rezepte eins zu eins umzusetzen und somit die eigene Ernährung zu einem Pflichtprogramm mutieren zu lassen. Jede Familie is(s)t anders und manche Eltern haben zu wenig Zeit oder keine Energie, um sich abends noch ausgiebig an den Herd zu stellen. Das ist völlig okay! Und selbst dann ist es machbar eine gesunde Esskultur zu etablieren, ohne sich verbiegen zu müssen.

Ich habe hier ein paar Punkte zusammengetragen, die Dir als Orientierung dienen sollen, um Deine Familie für mehr Freude am Essen und einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln zu begeistern.

Clean Eating beginnt beim Einkauf

Johannes ist mit seinen dreieinhalb Jahren am Zenit seiner Autonomiephase angelangt und möchte alles selbst entscheiden und ausprobieren. Beim Thema Ernährung kann ich diesem Bedürfnis gut nachkommen. Ich muss dabei nur gelassen bleiben und ihm vertrauen. Wir erledigen oft den Wocheneinkauf gemeinsam in der ganzen Familie. Natürlich ist das etwas anstrengender, aber so wird Johannes von vornherein einbezogen und weiß, woher wir die Lebensmittel beziehen. Ich habe einen extra Artikel zu dem Thema „Bio einkaufen. Ohne Stress“ verfasst. Da kannst Du auch gern mal reinschauen. Diesen ergänze ich hier mit ein paar simplen „Clean Eating“-Grundsätzen, die mir immer sehr helfen:

Kaufe „echtes“ Essen: Ist das Lebensmittel so, wie Du es im Supermarkt vorfindest gewachsen oder musste es stark verarbeitet werden? Entscheide Dich vornehmlich für die erste Kategorie.

Verpackungen müssen nicht sein: Gemüse, Obst, Fisch oder Fleisch, das in Plastik verpackt ist, solltest du lieber liegen lassen.

Esse nur das, was Du auch aussprechen kannst: Wenn Die Zutatenliste merkwürdige Wörter enthält, handelt es sich meistens um unnatürliche Zusätze.

Vergiss Zucker: Er ist einfach unnötig und es gibt so viele Alternativen auf dem Markt, die natürlicher und gesünder sind. Zu diesem Thema gibt es auf dem Blog „Daddylicious“ einen kleinen Artikel von mir.

Keine Verbote, keine starren Regeln: Vegetarisch, vegan, paleo, glutenfrei, sojafrei...puh, da wird selbst mir schwindlig. Solange es bei Euch zu Hause viele frische Lebensmittel gibt, müsst ihr euch keiner Ernährungsphilosophie anschließen. Habt einfach Spaß an gutem Essen!

Noch ein kleiner Tipp, um den Frieden zu wahren ;): Johannes darf sich vor dem Einkauf eine Sache überlegen, die er gern selbst kaufen möchte. Meistens ist das ein Quetschie oder eine besondere Packung Kekse. Er weiß dann ganz genau, dass es NUR diese eine Sacher gibt und alle anderen Versuchungen im Regal gelassen werden müssen. Diese Abmachung hält er auch wirklich toll ein und wir haben kein großes Geschrei an der Kasse, weil er noch diesen oder jenen Schokoriegel haben möchte.

Gelassenheit beim Kochen

Für viele Eltern bedeutet Kochen zusätzlicher Stress. Dabei kannst Du es auch mit einer anderen Grundeinstellung zu einer Familienaktivität verwandeln, die allen Spaß macht. Ich habe Johannes schon als er ganz klein war, beim Kochen mit einbezogen und ihm altersgerechte Aufgaben zugewiesen.

Mit seinen drei Jahren erledigt er folgendes (fast) allein:

  • Lebensmittel aus dem Kühlschrank holen
  • Gemüse und Obst abwaschen
  • Weiche Lebensmittel wie Bananen o.ä. mit einem Messer schneiden
  • Eier aufschlagen
  • Zutaten abwiegen (ich lese ihm die Zahlen vor, wenn er sie nicht kennt)
  • Tisch decken
  • Geschirrspüler einräumen

Natürlich dauert alles etwas länger, als wenn ich es selbst machen würde. Aber dafür lernt Johannes unheimlich viel über die Verarbeitung von Lebensmitteln und den Umgang mit Küchengeräten. Außerdem stärkt es sein Selbstbewusstsein, wenn er spürt, dass er gebraucht wird und wieviele Aufgaben er schon ganz ohne Hilfe bewältigen kann.

 

Gemeinsam Essen

Es klingt selbstverständlich, aber ich weiß aus meiner eigenen Kindheit und von vielen Bekannten und Freunden, dass das gemeinsame Essen am Tisch bei vielen zur Seltenheit geworden ist. Dabei gibt es so viele gute Aspekte, die dafür sprechen.

  • Es kommt Ruhe in den stressigen Familienalltag. Jeder kann runterkommen und sich entspannen. Um diese Phase des Tages einzuläuten, hilft ein kleiner Spruch oder ein Gebet am Tisch. Johannes sagt zum Beispiel vor dem Essen immer folgenden Vers auf: „Pille, Palle, Polle, mein Teller der ist volle, mein Magen der ist leer, brummt wie ein Bär, brummt wie ein Brummer, recht guten Hunger!“
  • Jedes Familienmitglied hat die Gelegenheit von seinem Tag zu erzählen und Dinge loszuwerden, über die man bisher nicht sprechen konnte.
    Das Essen wird bewusst und mit allen Sinnen wahrgenommen. Es steht im Mittelpunkt und man kann sich für jeden Bissen Zeit nehmen.

  • Selbstbestimmtes Essen: Ich stelle gern die Töpfe mit auf den Tisch oder auf einen Beiwagen. So kann sich Johannes seine Portion selbst auftun und dadurch sein Hunger- und Sättigungsgefühl besser einschätzen lernen.
  • Selbst, wenn man morgens noch keinen großen Appetit hat, kann man eine kleine Tischrunde als Ritual einführen. Beim Kaffee und Kakao können erste Dinge besprochen werden und jeder kann vor der Arbeit, der Schule oder dem Kindergarten eine Runde Familienwärme tanken.

Vielleicht haben Dir diese Tipps gefallen, oder Du hast eigene Anregungen oder Ideen? Ich freue mich über jegliches Feedback!

Die schönen Fotos hat übrigens meine Freundin und professionelle Familienfotgrafin Chiara Doveri geschossen.

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