Fermentieren: Wie geht das…?

Fermentieren - wie geht das?

Genau das habe ich mich gefragt, als ich vor einiger Zeit das erste Mal Kimchi gegessen habe. Kimchi ist fermentierter Chinakohl mit viel Knoblauch, Chili und anderen Gewürzen und DAS Nationalgericht Koreas. Da ich erst seit kurzem wieder einigermaßen gut Knoblauch vertrage, habe ich mich an diesen Foodtrend lange Zeit nicht rangewagt. Vor kurzem konnte ich aber nicht anders und musste es probieren. Und das war eine regelrechte Offenbarung! So lecker, dass ich mich reinlegen könnte und dazu noch wahnsinnig gesund. Genau mein Ding, also!

Das war der Startschuss, um in die Welt der Fermentation einzutauchen. Ich fand einen geeigneten Workshop für komplette Newbies im Restaurants Restlos glücklich und meldete mich sofort an. Letztes Wochenende war es dann soweit.

 Im "Restlos glücklich" werden Lebensmittel weiterverwertet, die der Supermarkt nicht mehr verkaufen kann/möchte und die andernfalls im Müll landen würden. Jedes Jahr werfen wir Deutschen mehrere Millionen Tonnen Essen weg! Eine Katastrophe, bedenkt man, dass ein großer Teil davon noch genießbar ist. Die Fermentation bietet eine tolle Möglichkeit, um Produkte, die vermeintlich "drüber" sind zu konservieren und etwas völlig Neues daraus zu entwickeln.

Fermentieren - wie geht das?

Aber wie geht das denn nun mit dem Fermentieren?

Fermentieren kann man auf unterschiedliche Art und Weise. Die simpelste davon, ist die anaerobe Gärung. Hierbei legt man die jeweiligen Zutaten zusammen mit Salzwasser in ein luftdichtes Gefäß und wartet.

Das einzige, worauf man achten muss, ist, dass kein Sauerstoff ins Glas gelangt. Dann können sich die gesunden Milchsäurebakterien vermehren, die die Fermentation überhaupt erst möglich machen. Nach circa 2-3 Wochen kann man seine fermentierten Lebensmittel dann probieren.

Die Milchsäurebakterien (Probiotika) sind ein wichtiger Bestandteil unserer Darmflora und tragen somit zu einer gesunden Verdauung und einem regen Stoffwechsel bei. Die Gärung ist streng genommen eine Art Vorverdauung, durch die wir es unserem Körper erleichtern, die wertvollen Nährstoffe aufzunehmen und zu verwerten. Ein weiterer tollen Nebeneffekt der Fermentation ist die Bildung von Vitamin B12. Gerade für Vegetarier und Veganer sind fermentierte Lebensmittel daher sehr wertvoll.

Fermentation funktioniert am besten mit Bio-Lebensmitteln, da sich darauf viele natürliche Mikroorganismen befinden.  Manchmal werden aber auch gleich zu Beginn Bakterien oder Hefen hinzugefügt, zum Beispiel bei der Herstellung von Sojasauce oder Joghurt. Wenn Du also schon einmal Joghurt selbst gemacht hast, dann hast Du bereits - vielleicht ohne es zu wissen - fermentiert :).

Fermentieren - wie geht das?

Fermentieren - wie geht das?

Fermentieren - wie geht das?

Mein erster Versuch

Ich habe mich an einer eigenen europäischen Kimchi-Kreation versucht. Statt Chinakohl habe ich Weißkohl verwendet und diesen mit Karotten, Apfel, Orange, Chili, Knoblauch, Koriander und Curcuma im Glas geschichtet. Das Messer, das mir zur Verfügung stand, war nicht wirklich scharf und so wurden es recht grobe, ungleichmäßige Kohlstücke. Die Koreaner würden diese Kombination vermutlich niemals als Kimchi bezeichnen. Aber wenn's am Ende schmeckt, dann ist das doch auch egal! Ob dem so ist, kann ich noch nicht sagen, weil die zwei Wochen noch nicht um sind. Aber bislang sieht alles ganz gut aus. Im Glas sind bereits kleine Bläschen zu erkennen und laut unserem netten Workshop-Leiter Hannes, ist das ein sehr gutes Zeichen! Ich halte Dich auf dem Laufenden...

Für mich liegt die Herausforderung beim Fermentieren in der Kombination der Zutaten. Hannes hatte uns beispielsweise in Chili eingelegte Bananen vorgesetzt. Als meine Freundin und ich sie mutig probierten, mussten wir den aufkommenden Würgereiz unterdrücken. Das ging garnicht. Vorerst werde ich bei Altbewährtem bleiben und mich nach und nach an gewagtere Varianten herantasten.

Entschuldige bitte die schlechte Bildqualität. Im "Restlos glücklich" war es sehr dunkel und ich hatte nur mein Smartphone zum Fotografieren dabei. Und wenn Du noch Fragen zu dem Thema hast, immer her damit! Alles Liebe, Vanessa

Fermentieren - wie geht das?

comments

Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen