Outdoormode für Kids: Wir testen ReimaGO

24/10/2016

(Kooperation)

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung. So sehr ich diesen Satz als kinderlose Workaholic-Berlinerin gehasst habe, so bedeutungsvoll ist er geworden, seit ich Mama bin. Denn Johannes will IMMER raus und pfeift dabei komplett auf Wind, Regen oder Schneegestöber. Der perfekte Kandidat, um funktionale Outdoormode zu testen, dachte sich auch das Kinderlabel Reima und ließ meinen kleinen Wirbelwind ein Produkt ihrer neuen Linie ReimaGO testen.

Noch nie von Reima gehört?

Dann geht es Dir wie vermutlich, wie vielen deutschen Eltern, denn hier ist die Marke noch nicht allzu bekannt. Reimas Wurzeln liegen in Finnland. Einer Gegend, die von ungemütlichen Wetterlagen ein Liedchen singen kann. Kein Wunder also, dass hier Spezialisten für strapazierfähige Materialien am Werk sind. Bei einem Bloggerevent vor einigen Wochen durfte ich mir einen ersten Eindruck des Sortiments verschaffen und war ehrlich angetan von der Qualität und der Optik der Produkte. Und das ist nicht oft der Fall. Meistens gefällt mir die Funktionalität, aber das Design lässt zu wünschen übrig. Oder ich finde die Sachen hübsch, aber sie sind völlig ungeeignet bei miesem Wetter. Bei Reima passt wirklich beides.

ReimaGO – Kinder, ab nach draußen mit euch!

Reima hat sich auf die Fahne geschrieben, Kinder wieder mehr in die Natur zu locken und dafür die Linie ReimaGO auf den Markt gebracht. Der Clou: Ein in den Stoff integrierbarer Sensor, der die Bewegungsdauer- und Intensität des Kindes misst. Die Daten können anschließend auf eine App übertragen werden, welche die Werte lustig veranschaulicht. Es gibt auch die Möglichkeit, kleine Belohnungen zu vergeben, wenn der Nachwuchs besonders aktiv war. So soll die Motivation spielerisch gesteigert werden.

Der Praxistest

Wir haben dieses Prinzip vergangenes Wochenende einmal ausprobiert. Wie schon eingangs erwähnt: an Bewegung mangelt es Johannes sicher nicht. Ob die App ihn also langfristig motivieren würde, können wir nicht sagen und somit nur spekulieren, wie es wohl auf kleine Stubenhocker wirken KÖNNTE. Aber erstmal der Reihe nach.

Optik und Qualität des Produkts: Wir haben von Reima als Testobjekt eine schöne Fleecejacke in Größe 104 erhalten. Die Jacke fällt normal aus und passt unserem Sohn wie angegossen. Die unaufdringliche Farbkombination aus grau, rot und blau ist meines Erachtens für Jungen und Mädchen gleichermaßen tragbar. Eine praktische Kapuze bietet ausreichend Schutz vor Wind und am Ärmel befindet sich eine kleine Reißverschlusstasche für den App-Sensor. Der Sensor ist klein und leicht, sodass er beim Spielen nicht stört. Johannes hat sich jedenfalls nicht beschwert. Normalerweise ist es jedes Mal ein Kampf, Johannes ausgehfertig zu machen, aber die Jacke hat er ohne Widerstand angezogen. Ein großes Plus, Reima!

Was mir allerdings etwas negativ aufgestoßen ist: Die Jacke ist „Made in China“. Mpf...Da auf der Webseite so stark betont wird, dass es sich um eine finnische Traditionsmarke handelt, habe ich eine inländische Produktionskette erwartet.

Der Outdoor-Test: Am Wochenende hatten wir in Berlin um die 9 Grad Plus. Johannes hat in der Fleecejacke kein bisschen gefroren und das obwohl er an beiden Tagen nur ein langärmeliges Baumwollshirt darunter trug. Sie hält also schön warm und Johannes hat sich darin sehr wohl gefühlt. Er ist geklettert, hat Fußball gespielt, mit Papa im Wald nach Pilzen gesucht und mit seinem Bagger den Buddelkasten umgegraben. Den Praxistest hat die Jacke definitiv bestanden. Wie es nach mehrmonatiger Nutzung aussieht, kann ich natürlich nicht sagen, aber die Jacke wirkt auf den ersten Blick sehr widerstandsfähig.

Der App-Test: Erst einmal vorneweg: Der Sensor speichert ausschließlich die Bewegungsdaten des Kindes. Es gibt also keine Standorterkennung oder ähnliches. Das war mir sehr wichtig. Die Bedienung der App ist eigentlich recht einfach. Du benötigst dafür ein Smartphone oder Tablet. Allerdings ein großes Manko: Die App ist derzeit nur mit Apple-Produkten kompatibel. Da wir „Team Android“ sind, mussten wir uns ein iPad ausleihen. Das ist nicht mehr das Neuste und so hakte die App das ein oder andere Mal. Ob es an dem in die Jahre gekommenen Tablet lag oder an der App selber, kann ich nicht sicher sagen. Es hat den Spielspaß natürlich erheblich eingeschränkt. Ab Frühjahr 2017 soll die App dann auch für Samsung und Co.-Nutzer verfügbar sein.

Wie funktioniert das denn nun?

Also, man verknüpft den Sensor über Bluetooth mit der App, legt seinem Kind ein kleines Profil mit Foto an und schon werden die Daten auf das Profil übertragen. Man kann anschließend in einer niedlichen Animation, die von der Aufmachung an ein Spielbrett erinnert, ablesen, wie viel sich das Kind seit Beginn der Datenmessung bewegt hat. Ein kleines animiertes Männchen wandert dabei einen vorgezeichneten Weg entlang und kann von Level zu Level gelangen. Wenn ein Level beziehungsweise ein Checkpoint erreicht ist, können die Eltern eine kleine Belohnung – eine Art Preis – vergeben. Was das ist, ist natürlich jedem selbst überlassen. Ich bin kein Freund davon, Kinder für so etwas Natürliches wie Bewegung zu belohnen. Für mich ist dieses Incentive überflüssig, aber für manch andere könnte das durchaus hilfreich sein. Und es muss auch keine materielle Belohnung sein. Ein Besuch im Schwimmbad oder etwas ähnliches, das wiederum mit Spaß an Bewegung zu tun hat, würde den Kreis schließen.

Neben der kindgerechten Animation gibt es noch ein Balkendiagramm, das allerdings eher wenig Aufschluss über die erfassten Daten gibt. Es gibt keine Ziffern oder Beschriftungen. Hier hätte man detailreicher sein können, um genauere Informationen zu liefern.

Unser Fazit

Die Idee ist nicht schlecht und für manche Eltern, die über ihrem kleinen Stubenhocker zu Hause verzweifeln, kann sie eventuell hilfreich sein. Für uns ist sie überflüssig, da sich Johannes (noch) gern und ausreichend bewegt und wir ihn damit nur künstlich an Spiele-Apps heranführen würden, die er bis dato (toi, toi, toi) noch nicht für sich entdeckt hat. Die App an sich ist vom Look liebevoll gestaltet und es macht durchaus Spaß sich damit kurzzeitig zu beschäftigen. Etwas mehr Mühe in der Gestaltung der Infografiken wäre schön gewesen. Die Qualität der Jacke hat uns überzeugt. Wenn die Produktion nicht nach China ausgelagert wäre, hätte ich hierfür die Note 1 vergeben. Mit 69,95 Euro liegt die Fleecejacke schon eher im höheren Preissegment. Den Sensor muss man extra kaufen. Er kostet satte 39,95 Euro. Wer auf den App-Schnickschnack keinen Wert legt, wird bei Reima aber auch günstigere Produkte finden.

Vielen Dank an Reima für die schöne Fleecejacke, die Johannes warm und sicher durch die stürmische Jahreszeit bringen wird.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen