Kita-Check

29/10/2015

Im Sommer 2016 steht für Johannes der Wechsel von der Tagesmutter in die Kita an, damit er sich schon vor der Schule an den trubeligen Alltag mit vielen Kindern gewöhnt. Das wird für uns der nächste große Schritt in Richtung Abnabelung und ein wenig graut es mir davor. Mein Mann sagt, ihm wird das gut tun, nicht mehr ganz so behütet zu sein, sondern sich auch mal gegen andere Kinder durchsetzen zu müssen. Ich habe hingegen Sorge, dass er zwischen so vielen Kinder zu kurz kommt. Deshalb ist es mir wichtig, im Vorfeld alle infrage kommenden Kitas abzuchecken, die Beste auszuwählen und schlussendlich zu hoffen, dass Johannes dort einen Platz erhält. Um der Sache etwas Struktur zu geben, habe ich einen kleinen Kita-Check erstellt, der die (für mich) wichtigsten Kriterien zusammenfasst.

Vielleicht hilft Dir diese Liste auch bei Deiner Suche:

  • Organisation
    Passen die Öffnungszeiten? Wie weit ist der Kindergarten entfernt (Du musst die Strecke zweimal täglich zurücklegen!)?
  • Betreuungsschlüssel
    Das ist von Bundesland zu Bundesland leider sehr unterschiedlich. Ich halte ein Betreuungsverhältnis von 1:8 – also ein/e Erzieher/in für acht Kinder – für angemessen. Für eine Gruppe von circa 25 Kindern sollten also mindestens drei Erzieher/innen zuständig sein. Bei den Krippenkindern sollte das Verhältnis für mich persönlich nicht mehr als 1:5 betragen. Weil dies in vielen Kitas nicht möglich ist, habe ich Johannes für die ersten zwei Jahre zu einer Tagesmutter gegeben. Für mich gehört der Betreuungsschlüssel zu den zentralsten Fragen hinsichtlich der Entscheidung für oder gegen eine Einrichtung.
  • Ausstattung
    Machen die Räumlichkeiten einen guten Eindruck? Wird den Kindern genug Anregung geboten (Kinderwerkstatt, Malatelier, Toberaum, Garten etc.)? Wie sieht der Außenbereich aus? Ist er ausreichend abgezäunt und von Fremden nicht zu betreten? Gibt es altersgerechte Spielgeräte?
  • Pädagogisches Konzept und Schwerpunkte
    Jede Kita verfolgt ein eigenes Konzept mit eigenen Bildungszielen und Schwerpunktthemen. Es gibt geschlossene oder offene Gruppenkonzepte mit unterschiedlichen Altersstrukturen, die Schwerpunkte gehen von Sport und Bewegung über Musik und Tanz, Ernährung bis hin zu Naturwissenschaft und Forschung. Manche Kitas legen sehr viel wert auf einen respektvollen Umgang mit der Natur. Es gibt auch sogenannte Waldkindergärten. Hier sind die Kinder die meiste Zeit draußen unterwegs. Es gibt auch viele alternative Konzepte, wie Waldorf, Montessori, Freinet oder Reggio. Für alle gilt: Eine seriöse Kita gibt dir beim ersten Kennenlernen ein schriftliches Konzept inklusive Informationen zum Tagesablauf und zur Teamstruktur.
  • Altershomogene vs. altersheterogene Gruppen
    Hier scheiden sich die Geister. Die einen sagen, dass in einer altershomogenen Gruppe mehr auf die Bedürfnisse der Kinder eingegangen werden kann, wogegen die Verfechter der altersheterogenen Gruppe den Lerneffekt hervorheben. Die jüngeren Kinder schauen sich Dinge ab und die älteren Kinder lernen Verantwortung für die Kleinen zu übernehmen. Meiner Meinung nach, sind heterogene Gruppen für Kinder ab drei Jahren grunsätzlich empfehlenswert. Jüngere Kinder gehören in einen separaten Krippenbereich, um individueller und in einer ruhigeren Umgebung betreut werden zu können. Jedes Kind ist natürlich anders. Hier ist wieder das Bauchgefühl der Eltern gefragt.
  • Konfessionelle Kita, staatliche Kita oder Elterninitiative
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich konfessionsgebundene Kindertagesstätten im Tagesablauf kaum von staatlichen Kitas unterscheiden. Es wird zum Morgenritual und vor den Mahlzeiten ein kurzes Gebet gesprochen, aber das war es meistens auch schon. Welchen Aspekt ich als positiv empfunden habe, war die Vorbereitung auf die großen Feste Weihnachten und Ostern, die in den kirchlichen Einrichtungen, die ich bislang gesehen habe, einen größeren Stellenwert einnehmen. Den Kindern werden die religiösen Hintergründe der Feste nahegebracht, was meines Erachtens zur Allgemeinbildung dazugehört und nichts mit Missionierung zu tun hat. Ein weiteres Pro ist, dass konfessionelle Kitas nicht von Streiks betroffen sind. Elterninitiativen haben häufig den Vorteil, dass sie einen guten Betreuungsschlüssel haben. Allerdings, wie der Name schon sagt, wird ein hohes Engagement der Eltern erwartet. Manchmal muss man beim Putzen oder Wäsche waschen helfen, Kita-Feste mitorganisieren und man muss mit Mehrkosten für die Essensversorgung rechnen.
  • Männliche Erzieher
    Für mich persönlich ein großes Plus! Kinder brauchen männliche und weibliche Bezugspersonen gleichermaßen. Manche Eltern haben Sorge, dass der ein oder andere männliche Erzieher sich ZU fürsorglich um die Kinder kümmern könnte. Dieser Generalverdacht ist diskriminierend und sorgt nur dafür, dass dieser schöne aber völlig unterbezahlte Beruf für Männer noch unattraktiver wird.
  • Ernährung
    Ich finde es schön, wenn in der Kita frisch gekocht wird und es ein eigenes Ernährungskonzept gibt. Viele Kitas bieten auch Biokost an. Für einige Kitas ist es aus Kapazitätsgründen nicht machbar, einen Koch zu beschäftigen. Informiere dich in diesem Fall gut über das Lieferunternehmen und deren Standards. Da gibt es sicher einige qualitative Unterschiede.
  • Bauchgefühl
    Das Allerwichtigste! Wie verhält sich Dein Kind beim ersten Kennenlernen? Ist dir die Kitaleitung sympathisch? Mach am besten einen Termin während des Alltagsbetriebs aus, um die reale Atmosphäre zu erleben.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen