Mallorca, meine Liebe (Reisebericht)

17/05/2017

Mallorca Reisebericht

Ich kenne nicht viele Orte auf dieser Welt, an denen ich mich rundum wohl fühle. Ich bin ein Mensch mit starken Wurzeln und liebe meine Heimat Berlin. Doch es gibt eine Ausnahme. Wenn ich dort hinreise, fühlt es sich für mich an, wie nach Hause kommen. Dort habe ich eine Vergangenheit und tief in mir drin weiß ich, dass es dort auch eine Zukunft für mich gibt. Mallorca. Ich habe mich in diese Insel verliebt, als ich elf Jahre alt war. Damals durfte ich zum ersten Mal ohne meine Eltern verreisen. Mit meiner Freundin und ihrer Mutter war ich zwei Wochen lang unterwegs. Es war ein unbekanntes Gefühl von Freiheit und bis heute symbolisiert Mallorca für mich genau das. Frei sein. Unzählige Inselurlaube später, entschied ich mich nach dem Abitur für einige Monate als Aupair nach Mallorca zu gehen. Eine Wahl, die viele meiner Mitschüler und Mitschülerinnen nicht nachvollziehen konnten, zog es sie doch eher ins ferne Australien, in die USA oder eben gleich an die Uni. Mallorca hatte damals wie heute den Ruf der Partyhochburg, obwohl sie so viel mehr ist.

Auf Mallorca wurde ich ein Stück weit erwachsen. Mit der Aupair Mutter verstand ich mich überhaupt nicht und kündigte nach nur zwei Wochen. Da ich nicht nach Hause wollte, musste ich mir einen Job und eine Unterkunft suchen. Das erste Mal in meinem Leben verdiente ich eigenes Geld und bezahlte Miete. Ein großartiges Gefühl. Ich war so unabhängig und liebt es, für mich selbst Verantwortung übernehmen zu müssen. Natürlich verliebte ich mich auf der Insel und ging nach meiner Rückkehr durch das tiefe Tal der Tränen. Den Liebeskummer regelte die Zeit, die Sehnsucht nach Mallorca blieb.

Mein Mann kennt natürlich die Geschichten und meine große Liebe zu der Insel und so überraschte er mich an meinem 30. Geburtstag mit Flugtickets. Nachdem wir einige Tage im Winter auf Mallorca verbracht hatten und ich mit glänzenden Augen durch Palma gelaufen war, wusste David, dass wir dort schnellstens wieder hin müssen. Er hatte eine hübsche Airbnb-Wohnung in Santa Ponca gefunden. Santa Ponca liegt im Südwesten und ist für einen Familienurlaub genau das Richtige. Es gibt einen schönen, großen Sandstrand mit flachem Wasser, gute Hotels, einen wunderschönen Yachthafen, tolle Golfplätze und einige der luxuriösesten Anwesen Mallorcas. Viele reiche Spanier und gut betuchte Ausländer residieren hier. Der Ort ist gerade bei Deutschen sehr beliebt, was sich bei der Infrastruktur deutlich bemerkbar macht. Es gibt deutsche Ärzte, deutsche Bäckereien etc. Als Ausgangspunkt für diverse Ausflüge ist Santa Ponca ebenfalls gut gelegen. Nach Palma sind es circa 20 Kilometer. Der Frühling ist für mich die schönste Zeit für einen Mallorca-Trip. Es ist noch nicht so überlaufen, überall blühen die schönsten Pflanzen und das Klima ist perfekt.

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Santa Ponca und Portals Vells

Die ersten beiden Tagen brauchte ich Sonne, Meer und Strand. Das Wetter in Berlin war im April ja alles andere als berauschend und ich sehnte mich nach einer ordentlichen Tankfüllung Vitamin D. Also kauften wir erstmal Buddelzeug und einen Kinderkescher für Johannes, denn um die Zeit kann man auf Mallorca super kleine Krebse fangen. Wir steuerten zuerst den großen Playa de Santa Ponca an. Der Strand ist sehr weitläufig und obwohl es drum herum viele Hotels gibt, fühlt man sich nicht vom Massentourismus erdrückt. Mit Kindern ist der Strand ideal, denn man hat alles was man braucht direkt in unmittelbarer Nähe. Restaurants, Supermärkte, Liegen, Sonnenschirme und so weiter. Das Meer ist sauber und man hat einen großartigen Weitblick.

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An Tag 2 wollten wir es etwas ruhiger haben und steuerten Cala de Portals Vells an, auch die "Drei Finger Bucht" genannt. Sie befindet sich am südlichen Zipfel von Mallorca und erstreckt sich über drei kleine Sandstrände, die hübscher nicht sein könnten. Wunderschönes türkisblaues Wasser wie in der Karibik und ein echtes Paradies für Schnorchler. Einheimische und einige Touristen kommen gleichermaßen hier her, um die Ruhe und die Schönheit der Natur zu genießen. In der Hauptsaison könnte es recht voll werden, da die Strandabschnitte jeweils sehr klein sind, aber es lohnt sich wirklich einen Abstecher dorthin zu machen. Johannes wollte garnicht mehr weg.

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Junges Gemüse in Andratx

Am dritten Tag wollte ich unbedingt auf einen der berühmten mallorquinischen Wochenmärkte gehen und frische Lebensmittel für das Abendessen einkaufen. Obst und Gemüse gibt es dort so günstig wie nirgendwo sonst und in Top-Qualität. Wir kauften sechs Artischocken, ein Pfund strahlend rote Tomaten, einen riesigen Strauch Rosmarin und ein Pfund Kartoffeln für nicht mal 7 Euro. Wir waren aufgrund der Nähe auf dem Wochenmarkt in Andratx, aber es gibt viele weitere Märkte auf der Insel. Der beste Supermarkt ist "Eroski", dort findet ihr alles, was das Herz begehrt und zu normalmenschlichen Preisen.

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Mein Herz lebt in Palma

Natürlich durfte auch diesmal ein Ausflug nach Palma nicht fehlen. Ich liebe diese Stadt. Hier habe ich während meiner Zeit nach dem Abitur in einer WG mit einem Südafrikaner, einer Niederländerin, einem Belgier und einem Amerikaner gelebt. Palma ist bunt, laut und einfach schön. Die Stadt mit ihren kleinen Gassen, den alten Gemäuern und natürlich der Kathedrale La Seu, die mich jedesmal aufs Neue verzaubert. Wenn man als Tourist mit dem Auto unterwegs ist, muss man allerdings vorsichtig sein. Seit Oktober 2016 darf man mit einem Mietwagen nicht mehr in die Altstadt fahren. Das kann sehr teuer werden.

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Regentag mit Kind

An Tag 4 regnete es leider, sodass wir uns eine Indoor-Attraktion suchen mussten. Unsere Wahl viel auf das Aquarium an der Playa de Palma. Für Kinder ist dies ein perfektes Ausflugsziel. Es gibt unzählige verschiedene Meerestiere zu bestaunen und Johannes war vorallem von den riesigen Haifischen fasziniert. Ein Tipp für Leerlauf-Tage oder wenn man einfach mal keine Lust mehr auf Strand oder Pool hat.

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Am fünften Tag besuchten wir den Natura Parc. Ein kleiner, aber feiner Zoo in Santa Eugenia. Der Natura Parc kümmert sich um kranke und ausgesetzte Tiere. Es gibt eine kleine Station, in der man von außen sehen kann, wie sie dort die armen Geschöpfe wieder aufpäppeln. Bekannter ist der Safari Zoo auf Mallorca, allerdings ist der aufgrund der katastrophalen Tierhaltung stark in Verruf geraten. Im Natura Parc gibt es auch einen kleinen Streichelzoo mit Ziegen, Schafen und Hühnern, aus dem wir Johannes garnicht mehr rausgekriegt haben.

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Am letzten Tag wollte ich eigentlich die Villa Vegana besuchen. Eine kleine Hotelpension in der Nähe von Palma und ich ging davon aus, dass man dort im Restaurant auch einfach als Laufkundschaft etwas essen kann. Leider Fehlanzeige. Ich nahm mir vor, für unseren nächsten Besuch auf der Insel dort ein Zimmer zu buchen, doch leider ist der Aufenthalt außerhalb der Ferien für Kinder unter 6 Jahren untersagt. Für eine Pension, die mit dem Attribut "familiär" wirbt, finde ich das schon sehr unsympathisch. Schade! Denn das Essen und die Unterkünfte sehen auf den Bildern großartig aus. Um trotzdem noch einen Eindruck von der veganen Küche auf Mallorca zu kriegen, sind wir stattdessen ins Bon Lloc eingekehrt. Dort kann man zur Mittagszeit ein Drei-Gänge-Lunchmenü bestellen. Ehrlich gesagt hat uns das Essen nicht gerade vom Hocker gehauen. Vegan oder nicht, es war einfach keine hohe Kochkunst. Im Netz wurde es als eines der besten Adressen für Veganer angepriesen. Wenn dem so sei, ist da noch sehr viel Luft nach oben.

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Soller

Diesmal haben wir es leider nicht nach Soller geschafft, aber trotzdem darf dieser Tipp in meinem kleinen Reisebericht nicht fehlen. Es ist in meinen Augen einer der schönsten Orte auf Mallorca. Von dem Plaza de Espana in Palma kann man mit einem historischen Holzzug, genannt "der rote Blitz" bis nach Soller fahren. Auf der Fahrt, die circa eine Stunde dauert, kann man die schönen Olivenhaine und Mandelbäumchen bestaunen und durchfährt 13 historische Tunnel. Es ist wirklich ein Erlebnis gerade für Kinder.

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So, das war mein längst überfälliger Bericht über unseren Mallorca-Urlaub. Ich hoffe, er hat Dir gefallen und Du hast Insellust bekommen. Ich freue mich über Kommentare und vielleicht hast Du ja auch noch den ein oder anderen Tipp für uns. Alles Liebe, Vanessa

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