Pflanzenmilch – Soja, Hafer, Reis und Co. im Vergleich

Die Zeiten, in denen Kuhmilch als das Non-Plus-Ultra in der Kinderernährung deklariert wurde, sind vorbei. Mittlerweile wissen wir, dass eine Laktoseintoleranz keine Randerscheinung ist, sondern sage und schreibe 75% der Weltbevölkerung davon betroffen sind. Der menschliche Organismus ist schlicht und ergreifend nicht dafür ausgestattet, artfremde Muttermilch zu trinken. Ganz abgesehen von der industriellen Milchproduktion, die insbesondere in der Massentierhaltung grausame Züge angenommen hat. Die Kühe werden künstlich dauerschwanger gemacht und müssen täglich bis zu 40 Liter Milch geben. Die Konsequenz daraus sind schwere Krankheiten, die wiederum mit Antibiotika behandelt werden müssen, welche in unserem Endprodukt landen, das wir mit bestem Gewissen unseren Kindern geben. Bio-Milch von Demeter beispielsweise ist definitiv die bessere Alternative, aber auch hier werden die Tiere künstlich befruchtet und nach der Geburt von ihren Kälbern getrennt.

Ich möchte meinen Sohn den Verzehr von tierischen Produkten nicht verbieten, doch es gibt sie bei uns zu Hause nur in Maßen. Mittlerweile verwenden wir sehr häufig Pflanzenmilch. Viele Menschen scheuen vor dieser Alternative zurück, da sie einmal Sojamilch probiert haben und es ihnen nicht geschmeckt hat. Dabei gibt es unzählige weitere Produkte und Sorten. Hier ein kleiner Überblick:

Das Wort „Milch“ darf in Deutschland nur für Erzeugnisse aus einem Euter verwendet werden. Daher sprechen die meisten Hersteller bei pflanzlichen Ersatzprodukten von „Drink“. Ich verwende in diesem Artikel vornehmlich trotzdem das Wort Milch, damit es nicht zu Missverständnissen kommt.

Ganz wichtig: Milch-Ersatzprodukte stellen KEINE Alternative für Säuglinge dar, da hier allergische Reaktionen auftreten können!

Welche pflanzliche Alternativen gibt es und was unterscheidet sie?

Sojamilch: Die wohl gängigste Alternative für Kuhmilch ist die Sojamilch. Sojamilch wird aus der Sojabohne hergestellt. Die geschmacklichen Unterschiede der einzelnen Produkthersteller sind groß. Manche schmecken stark „bohnig“, andere sind mild und teilweise süßlich. Hier muss allerdings darauf geachtet werden, dass die Milch nicht mit Zucker angereichert wurde. Soja enthält ähnlich viel Eiweiß wie Kuhmilch und kann in dieser Hinsicht als ein guter Ersatz angesehen werden. Der Kalziumgehalt ist etwas niedriger, weshalb manche Hersteller ihre Sojamilchprodukte mit Kalzium anreichern. Bei einer ausgewogenen Ernährung mit viel grünem Gemüse, ist dies aber nicht nötig. Soja enthält Isoflavone, die im menschlichen Körper hormonähnlich wirken. Derzeit streiten sich die Wissenschaftler noch, ob dies positive oder negative Auswirkungen auf den Hormonhaushalt hat. Ich gehe auf Nummer sicher und verwende Soja nur in Maßen in der Küche. Johannes trinkt Sojamilch sowieso nicht. Sojajoghurt hingegen isst er liebend gern.

Mandelmilch: Mein absoluter Favorit! Johannes und ich lieben Mandelmilch und sie kommt bei uns fast täglich zum Einsatz. Ob im Smoothie, Müsli oder beim Backen. Mandelmilch ist vielseitig einsetzbar, schmeckt herrlich nussig und wartet mit vielen wertvollen Nährstoffen auf. Sie ist reich an Antioxidantien, Vitamin E, D und A, Omega 6, Zink, Kalzium, Eisen und Magnesium. Achte beim Kauf immer darauf, dass Du Mandelmilch ohne Zuckerzusatz nimmst oder - noch besser - stelle sie selbst her. Dann gehst Du auf Nummer sich und sparst obendrein eine Menge Geld. Auf dem tollen Blog meiner Freundin Rebecca von Elfenkind Berlin, findet ihr das passende Rezept.

Hafermilch: Hafer gilt als einer der gesündesten Lebensmittel überhaupt. Er liefert viel Vitamin E, Eisen und Folsäure. Zudem hilft er bei der Regulierung unseres Stoffwechsels, unterstützt die gesunde Verdauung, wirkt krebshemmend und reguliert den Zuckerhaushalt im Körper. Daher gehört die Hafermilch auch zu den Milchersatz-Produkten, die es bei uns zu Hause recht häufig gibt. Johannes liebt den leicht süßlichen Geschmack in seinem Müsli. Ich stelle Hafermilch gern selbst her, da die meisten Produkte im Bio- und Supermarkt Konservierungsstoffe, Verdickungsmittel und Zucker enthalten.

Reismilch: Reisdrinks waren die erste pflanzliche Milch-Alternative, die es zu uns nach Deutschland geschafft hat. Ursprünglich stammt sie - wie sollte es anders sein – aus Asien. Reisdrinks schmecken leicht süßlich und besonders Kinder mögen den milden Geschmack sehr gern. Leider bietet der Reisdrink so gut wie keine nennenswerten Nährstoffe. Der Eiweißgehalt ist verschwindend gering und auch an Kalzium mangelt es dem Reisdrink. Dadurch reichern die Hersteller ihre Produkte oft mit Vitaminen und Mineralstoffen an. Hinzu kommt, dass Reismilch - ähnlich wie Reiswaffeln - mit Arsen belastet und somit krebserregend sein kann.

Dinkelmilch: Dinkelmilch verwende ich bislang kaum in der Küche, da uns die Hafer-Alternative geschmacklich mehr überzeugt und diese die Dinkelmilch auch in Sachen Nährstoffen schlägt. Einzig und allein die vielen Ballaststoffe sind positiv hervorzuheben. Ansonsten hat die Dinkelmilch rein ernährungsphysiologisch leider nicht sonderlich viel zu bieten.

Kokosdrink: Hier verwende ich den Begriff Kokosdrink, um eine Verwechslung mit der reinen Kokosmilch auszuschließen. Kokosdrinks sind häufig eine Mischung aus Kokosmilch beziehungsweise Kokosfruchtfleisch und Reismilch. Die im Super- und Biomarkt erhältlichen Produkte schmecken merklich nach Kokosnuss, was nicht jedermanns Sache ist. Ich kaufe eher selten Kokosdrinks. Was in unserer Küche allerdings nie fehlen darf, ist Kokosmilch. Also die Flüssigkeit, die aus fein gemahlenen Kokosraspeln hergestellt wird und die oft als Sahne-Ersatz verwendet wird. Kokosmilch nutze ich beim Kochen oder im Kaffee. Wenn man die Kokosmilch mit Wasser verdünnt, kann man sie auch für Smoothies oder im Müsli einsetzen. Kokosmilch ist sehr gesund. Sie ist reich an Kalium, Magnesium und Natrium.

Cashewmilch: Johannes liebt Cashews, also habe ich vor kurzem einmal Cashewmilch selbst gemacht und er konnte nicht genug davon kriegen. Cashewmilch ist dickflüssig und eignet sich dadurch gut als Milchersatz beim Backen oder Kochen. Aber auch im Müsli hat mein Sohnemann Gefallen daran gefunden. Cashewkerne sind sehr gesund. Sie sind reich an Magnesium, Phosphor, Zink und Vitamin B6.

Lupinenmilch: Lupinen werden als das „bessere Soja“ gehandelt, da sie einen ähnlich hohen Eiweißgehalt haben, eine sehr gute Ökobilanz aufweisen und die negativen Begleiterscheinungen von Soja, wie der Einfluss auf den Hormonhaushalt wegfallen. Lupinenmilch ist im Handel schwer erhältlich. Allerdings soll sie leicht selbst herzustellen sein. Bislang habe ich das noch nicht ausprobiert, werde es aber demnächst mal versuchen.

 

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2 Comments

  1. Antworten

    Carolin

    Total spannend, danke für die detaillierte Auflistung! Ich mag Sojamilch pur gar nicht, aber viele der anderen Milchersatzprodukte kommen wechselnd bei uns zum Einsatz. Wir trinken zwar auch Kuhmilch, aber ich mag die Vielfalt, die sich uns durch andere Produkte bietet.
    Liebe Grüße
    Caro

    1. Antworten

      Kleinschmeckerin

      Liebe Caro, ich finde auch gerade die Vielfalt toll und dass man dadurch seinen Kuhmilchkonsum einschränken beziehungsweise ganz darauf verzichten kann. Ich bin sehr gespannt auf unsere erste Lupinenmilch und werde berichten, wie sie Johannes geschmeckt hat 🙂

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