Stillen und Beikost – Teil 2

09/02/2017

Als Mutter entscheide ich das meiste aus dem Bauch heraus und vertraue auf meine Intuition. So auch damals beim Thema Beikost. Mit circa sechs Monaten fing Johannes an, am Esstisch aufmerksamer zu beobachten. Dabei rutschte er aufgeregt in seinem Hochstuhl hin und her, seine Augen verfolgten jede unserer Bewegungen und er versuchte nach den gefüllten Tellern zu greifen. Da war einfach klar: Johannes möchte essen.

Wenn Du Dir die Frage stellst, ob Dein Baby reif ist für die erste Beikost, kannst Du auf folgende Anzeichen achten:

  • Dein Baby hält den Kopf selbstständig und kann mit Unterstützung sitzen
  • Es interessiert sich stärker für Essen
  • Es steckt sich die Faust in den Mund und lutscht darauf herum
  • Es verliert den Zungensteckreflex (spuckt feste Nahrung nicht jedes Mal wieder aus)
  • Es kann Dinge mit einer Hand greifen und zum Mund führen

Baby Led Weaning

Dieser Begriff bedeutet eigentlich nichts anderes, als dass Du Deinem Baby keinen Brei anbietest, sondern es einfach "selber essen" lässt. Das heißt, Du legst ihm kleine Stücke Obst, gegartes Gemüse oder auch Nudeln auf den Tisch und Dein Baby greift selbstständig danach. So kann es frei entscheiden, was es probieren möchte. Je nach Alter solltest Du dabei darauf achten, dass die Lebensmittel weich genug und nicht zu klein sind. Dein Baby hat erst wenig oder noch gar keine Zähne und kann die Lebensmittel nur einspeicheln und mit der Kauleiste zerkleinern. Du solltest zudem immer dabei bleiben und Dein Baby niemals unbeaufsichtigt im Hochstuhl lassen. Verzichte am besten auf Geschirr und Besteck, da dies als Spielzeug wahrgenommen wird und dadurch vom Essen ablenkt.

Wenn Du Dich fragst, welche Lebensmittel bei Baby Led Weaning infrage kommen, brauchst Du Dir nur einige Grundregeln merken:

  • Keine gezuckerten Lebensmittel
  • Keine extra gesalzenen oder gewürzten Lebensmittel
  • Kein Honig
  • Keine Nüsse oder andere Lebensmittel, die verschluckt werden oder Allergien auslösen können

Bitte setze Dich nicht unter Druck. Manche Babies sind weniger an fester Nahrung interessiert als andere. Nur weil es viele Brei-Gegner gibt, heißt es nicht, dass ihr auf Biegen und Brechen das Baby Led Weaning-Konzept durchführen müsst. Vertraue auf Dein Baby und Deinen Mutterinstinkt. Ich habe Johannes beides angeboten und wir haben keine Methode stringent durchgezogen, sondern einfach je nach Lust und Laune variiert.

In meiner neuen Blog-Kategorie "Baby" wird es in Zukunft schnelle und gesunde Rezepte für unsere Kleinsten geben. Manche in Breiform, andere nicht. Du kannst Dein Baby anhand dieser einfachen Ideen die wunderbare Welt des Essens entdecken lassen.

Johannes erste Beikost: Ein Stück Banane

Johannes war circa 6 Monate alt, als wir ihm das erste kleine Stück Banane anboten. Er griff danach und versuchte damit seinen Mund zu treffen. Das ging einige Mal schief, aber irgendwann klappte es und Johannes lutschte sichtlich stolz und vergnügt an seinem Bananenstück herum. Zwischen Johannes und Banane war es sofort Liebe auf den ersten Blick und er konnte garnicht genug davon kriegen. Allerdings hätten wir ihn hier teilweise etwas stoppen müssen, denn nach kurzer Zeit bekam er davon ganz schöne Verstopfungen.

Etwa zeitgleich boten wir Johannes auch den klassischen Möhrenbrei an. Er verzog aber nur das Gesicht und biss die Lippen aufeinander. Beim nächsten Anlauf gab es stattdessen Pastinake. Das fand er schon sehr viel besser und verdrückte einige Löffelchen. So arbeiteten wir uns sukzessive weiter vor. Ich habe mir damals den Baby Cook besorgt. Ein praktisches Gerät, das babygerechte Portionen schonend garen und anschließend pürieren kann. Es hat mir damals den Alltag gut erleichtert und ich kann es durchaus empfehlen, wenn Dein Baby gern Brei isst. Wenn Euch eher die Baby Led Weaning-Variante zusagt, dann brauchst Du nicht extra kochen, sondern lässt bei eurem Familienessen einfach Salz und Gewürze weg.

Babybrei - Was darf mein Kind ab wann?

Klassischerweise beginnt man mittags mit einem Gemüsebrei:  Möhrchen, Pastinake oder Süßkartoffel zum Beispiel. Die ersten Tage essen die Kleinen meist nur mikroskopische Mengen. Es dauert meistens eine Weile, bis sie sich an den neuen Geschmack und die Konsistenz gewöhnt haben. Daher sollte man circa eine Woche warten, bis man eine weitere Sorte ausprobiert. Wenn der Gemüsebrei zum festen Programm dazu gehört, kann der Abendbrei ersetzt und durch Milch und Getreide (Haferflocken oder Babygrieß) ergänzt werden. Später kommt dann ein Getreide-Obst-Brei am Nachmittag dazu und zum Schluss soll das Frühstück ersetzt werden. Wie gesagt, wir haben uns da nicht so strikt dran gehalten, sondern ich habe eher auf Johannes Bedürfnisse geschaut. Da er ein leidenschaftlicher Esser war, haben wir einige Schritte etwas schneller durchgezogen.

Bei beiden Methoden (Baby Led Weaning und Babybrei) gilt: Es wird am Anfang mehr auf dem Boden als im Mund landen. Wir haben eine durchsichtige Schutzmatte unter den Hochstuhl gelegt, sodass die schlimmste Sauerei nicht auf dem Parkett landete. Aber alles in allem muss man gelassen bleiben und sich jedes Mal auf eine kleine Putzsession einstellen. Aber auch essen muss gelernt sein 😉

Ich möchte hier nochmal betonen, dass dies meine ganz persönlichen Erfahrungen sind und jedes Kind mit der Umstellung auf Beikost anders umgeht. Ich finde es nur wichtig, dass wir das Thema Essen nicht zu einer Wissenschaft machen. Wenn man bestimmte Grundsätze einhält, den ein oder anderen Tipp beherzigt und ansonsten auf den mütterlichen Instinkt vertraut, kann man nicht viel falsch machen.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen