Dublin mit Kindern

Dublin – Irlands Hauptstadt mit Kindern entdecken

Das Gute an einem Mann, der beruflich viel reisen muss: Manchmal kann er die Familie gleich mit einpacken. So kam es diesmal zu unserem spontanen Kurztrip nach Dublin. Vier Tage waren wir unterwegs und versuchten so viel Irland wie möglich in uns aufzusaugen. Mit zwei Kindern nicht immer ganz einfach. Aber machbar!

Am ersten Tag nach unserer Ankunft hatte David geschäftlich zu tun, sodass ich den Vormittag mit Johannes und Jakob allein verbrachte. Wir hatten uns in ein Ferienhäuschen in Rathgar eingemietet. Einem niedlichen Vorort im Süden von Dublin. Wir ließen den Tag langsam angehen. Johannes spielte lange Fußball in unserem kleinen Gärtchen, während Jakob sein erstes Schläfchen machte. Im Anschluss liefen wir einfach los –  ohne festes Ziel. Ich wollte mich treiben lassen und schauen, was der Tag  für uns bereit hielt. So reise ich am liebsten. Die großen Sightseeing-Touren sind – insbesondere seit die Kinder  da sind – mal ganz nett, aber Land und Leute lernt man fernab der Touristenmassen kennen. Wir mischten uns also etwas unters Volk, flanierten die Straßen entlang, fanden eine hübsche Kirche, süße Cafés und ein kleines Einkaufszentrum. Johannes machte trotz ordentlicher Fußmärsche toll mit und Jakob entspannte derweil im Kinderwagen oder in der Trage. Was mir sofort positiv auffiel, war die Herzlichkeit der Menschen. Überall, wo wir hinkamen, lächelte man uns freundlich zu, begann einen unaufdringlichen Smalltalk oder fragte mich, ob man mir zum Beispiel beim Treppe hochtragen mit dem Kinderwagen behilflich sein kann. Selbstverständliche Höflichkeit und Kinderfreundlichkeit bin ich als alteingesessene Berliner Hauptstadtmutti garnicht gewohnt. So willkommen zu sein mit Kindern fühlt sich mal richtig gut an! Zum Mittagessen setzten wir uns in ein Self-Service-Restaurant, das ausschließlich vegane und vegetarische Speisen anbot. Johannes bestellte sich selbstständig (auf deutsch) eine Lasagne  – kein Problem für die geduldige Kellnerin. So ließen wir den wirklich sehr entspannten Vormittag kulinarisch ausklingen.

Nachmittags stieß David wieder zu uns und nun wollten wir doch noch etwas von der City sehen. Also fuhren wir gegen späten Nachmittag nochmal los in die Innenstadt. Das Fahren war übrigens schon ein Abenteuer für sich, denn in Irland herrscht Linksverkehr. Für mich war es äußerst amüsant, meinem sonst so selbstbewussten und in sich ruhenden Ehemann dabei zuzusehen, wie er auf den Straßen richtig ins Schwitzen kam.

Unser Ziel an diesem Tag war die berühmt berüchtigte Temple Bar Die Party-Meile von Dublin. Hier reiht sich ein Pub an den anderen, aus denen eine Mischung aus Popmusik, traditionell irischem Folk und schrägen Karaoke-Klängen auf die Straßen ertönt. In der Fußgängerzone wuseln Touristen und Einheimische in Feierlaune nebeneinander her. Man kommt sehr schnell ins Gespräch. Die Iren sind äußerst kontaktfreudig und haben immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Für mich wirkte Dublin dort wie die kleine, quirlige Schwester von London. Wir ließen uns einfach vom Passantenstrom mitreißen, aßen sagenhaft überteuertes Eis und da die Kinder aufgrund der Uhrzeit recht schnell genug von dem Trubel hatten, suchten wir kurz vor Sonnenuntergang das Auto wieder auf, um zurück in unser beschauliches Vorortsnest zu fahren. Die Erfahrung, mit den als trinkfest bekannten Iren im Pub einen drauf zu machen, blieb uns also leider verwehrt. Wäre aber bestimmt lustig gewesen.

Am nächsten Tag ließen wir uns morgen ganz viel Zeit und frühstückten erstmal ausgiebig in einem der hübschen Lokale von Rathgar. Ich freute mich über meinen DeCaf Soy Latte (nein, wir waren nicht bei Starbucks) und eine ordentliche Portion traditionellem Porridge. Johannes bekam ein Croissant mit Marmelade und David  pochierte Eier auf Avocado-Toast. Gut gestärkt ging es dann wieder Richtung Innenstadt  – genauer gesagt in die Grafton Street. Die Grafton Street ist vergleichbar mit der Berliner Friedrichstraße oder dem Kudamm. Konsum, Konsum, Konsum. Aber – und das war der eigentliche Grund für unseren Trip dorthin – die Straße ist auch bekannt für ihre großartigen Straßenmusiker. Ed Sheeran soll hier seine ersten Auftritte gehabt haben. Trotz meiner Vergangenheit als Redakteurin bei einem  Musiksender, bin ich jetzt nicht gerade als die Talentscout schlechthin bekannt. Trotzdem gab es einen Musiker, der sich mit seinen Gitarrenklängen in mein Herz geklimpert hat. Und auch diese beiden irischen Jungs mit ihren Flötenklängen, waren einfach nur zucker!

Dublin mit Kindern

Dublin mit Kindern Dublin mit KindernAm Ende der Grafton Street findet man den St Stephen’s Green Park, den wir durch den Fusilier’s Arch – eine Art Triumphbogen – betreten. Das Stadtbild von Dublin ist übrigens allgemein sehr stark geprägt von imposanten Bauten im vornehmlich gotischen Stil. Insbesondere die zahlreichen, sehr gut erhaltenen und wunderschönen Kirchen zeugen von der stark katholischen Prägung der Insel und ihrer Bewohner. Auch wenn ich überhaupt nichts mit Religion anfangen kann, finde ich die Bemühungen um den Erhalt von Traditionen und Glauben sehr sympathisch. Aber zurück zum St. Stephen’s Green Park. Neben dem Phoenix Park, den wir leider nicht mehr besichtigen konnten, ist der St. Stephen’s Green wohl der bekannteste in ganz Dublin. Er ist sehr schön angelegt und es sollen dort regelmäßig Konzerte und Theateraufführungen stattfinden. Davon sahen wir leider nichts, aber dafür entdeckten wir zum einen ein Denkmal von James Joyce und den sogenannten Garden for the Blinds mit Braille-Schildern sowie besonderes aromatischen Pflanzen und Blumen.Dublin mit Kindern

  Nach dem kleinen Ausflug ins grüne Eiland zogen wir weiter Richtung Trinity College. Das Trinity College ist Irlands älteste und renommierteste Universität. Sie wurde im Jahr 1592 gegründet und verfügt über eine imposante Bibliothek sowie dem berühmten Book of Kells. Nun ja, mehr als das kann ich auch nicht dazu sagen. Zwar wollten wir das alles unbedingt besichtigen, doch unsere Kinder – vorallem Johannes – hatten leider andere Pläne. Nach lautstarkem Genörgel und einem Sitzstreik gaben wir nach und brachen unsere Sightseeing-Tour vor den Toren des Trinity Colleges ab. Schade, aber wir werden sicher irgendwann wieder kommen. Und neben meiner Partynacht mit betrunkenen Iren, gehört das Book of Kells dann definitiv auf die Bucketlist (vielleicht sollten wir uns mal nach einem Babysitter umgucken).

Wir fuhren also wieder zurück, schauten uns noch etwas in Rathgar um und ließen den Abend mit leckerem Essen ausklingen. Anders, als es in vielen Foren und Blogs stand, die ich vor unserem Trip gelesen hatte, waren wir positiv überrascht von dem vielseitigen und gesunden Essensangebot in Dublin. Es gibt zahlreiche Bioläden sowie tolle Restaurants und Cafés mit vegetarischem und veganen Angebot. Diesbezüglich muss sich Dublin nicht vor Berlin verstecken.

Am Samstag war uns eher nach Ruhe und Seeluft, also beschlossen wir unseren letzten Tag an der Küste zu verbringen. Denn das Schöne an Dublin ist ja – es liegt direkt am Meer. Das spürt man auch, denn sogar in der City ist die Luft vergleichsweise sauber und überall sieht und hört man die vielen Möwen. Wir fuhren nach Howth, einer Halbinsel östlich von Dublin. In Howth gibt es einen Hafen sowie zahlreiche Fischrestaurants, einen kleinen Markt und den berühmten Cliff Walk, der einen Berg hinaufführt und von dem aus man eine fantastische Aussicht haben soll. Wir haben ihn mit den Kindern nicht gewagt, da er doch recht nah an den Klippen lang führt, aber auch von weiter unten konnten wir die Weites des Meeres und die schöne Landschaft vollends genießen. Wir kehrten im Anschluss in einen Pub ein, um eine Kleinigkeit zu uns zu nehmen. Statt frischem Fisch gab es für die Jungs ein anderes traditionelles Gericht, wodurch die Iren ihre britische Vergangenheit leider wirklich nicht leugnen können: Fish and Chips. Ganz stilecht spülte David das schmadderige Fast Food mit einem kühlen Guiness runter. Wir waren nun wirklich angekommen –  in Good Old Ireland.

rrem

Dublin mit KindernAm Sonntag mussten wir leider schon wieder unsere Heimreise antreten. Fazit: Dublin ist eine übersichtliche Großstadt mit fantastischen alten Bauten, viel Grün, geselligen Bewohnern mit einer großen Liebe zur Musik und einem Herz für Kinder. Gerne wären wir noch einige Tage länger geblieben, denn wir haben wirklich nur einen Bruchteil dieser schönen Stadt sehen und erleben dürfen. Wir kommen auf jeden Fall wieder!

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*