GEdanken aus dem Wochenbett

Gedanken im Wochenbett

Die Zeit im Wochenbett ist für mich ein einziger großer Flashback. Diese Gerüche, Geräusche, Gefühle… all das habe ich schon einmal mit Johannes erleben dürfen. Und trotzdem ist es diesmal ganz anders. Viel schöner und entspannter. Ich lasse mir selbst mehr Zeit, in der neuen Situation anzukommen und mich in meiner Rolle als Doppel-Mama behutsam zurechtzufinden. Ich setze mich nicht unter Druck, sondern gestatte mir, einfach das Unperfekte anzunehmen und als Bereicherung zu empfinden. Selbst der obligatorische Schlafmangel und die fiese Grippe, die ich mir gleich nach der Geburt eingefangen hatte, können mein Gefühlshoch nicht schmälern. Ich bin so überglücklich, dass ich die ganze Zeit vor Freude weinen könnte.

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GEdanken aus dem Wochenbett

Plötzlich brauchen mich zwei kleine Menschen

Trotzdem gibt es natürlich ganz neue Herausforderungen zu meistern, auf die man nicht vorbereitet war (ganz einfach, weil man sich auf so etwas nicht vorbereiten kann!). Die größte ist sicher, den beiden kleinen Menschen gleichermaßen viel Zuneigung und Aufmerksamkeit zu schenken. Das ist unendlich schwierig und bringt mich selbst an eine neue emotionale Grenze.

Johannes ist wirklich ein bemerkenswert toller großer Bruder und würde Jakob am liebsten den ganzen Tag abknuddeln und knutschen. Ich muss regelrecht aufpassen, dass er ihn nicht vor lauter Liebe zerdrückt, denn oft unterschätzt er noch seine eigene Kraft. Ich versuche mir jedesmal auf die Zunge zu beißen, aber hin und wieder rutscht mir ein „Johannes, pass ein bisschen besser auf!“ oder ein „Johannes bitte nicht so doll, er ist noch zu klein“ heraus. Und wenn mich mein wundervoller Sohn mit seinen großen Kulleraugen traurig anblickt, blutet mir das Herz. Denn natürlich meint er es nur gut. Wie immer.

Unser gemeinsames Abendritual ist uns heilig und so bringe ich Johannes auch seit der Geburt jeden Abend ins Bett, lese ihm zwei kleine Bücher vor und erzähle eine spannende Geschichte. Jetzt kommt es allerdings schon hin und wieder vor, dass Jakob unsere Zeremonie unterbricht und David mich ablösen muss. Johannes gibt jedesmal tapfer nach, doch mich zerreißt es innerlich. Obwohl ich weiß, dass dies dazu gehört. Es ist ein natürlicher Prozess und alles eine Frage der Zeit. Bald werden wir uns viel besser in unserer neuen Konstellation eingetaktet haben.

Und bis dahin, hoffe ich darauf, dass wir Johannes in den vergangenen Jahren, in denen er unsere ungeteilte Aufmerksamkeit erfuhr, eine stabile Basis mitgegeben haben sowie auch das Ur-Vertrauen, dass sich an unserer bedingungslosen Liebe zu ihm niemals etwas ändern wird. Er wird nicht „vom Thron gestoßen“ – es sitzt bloß ab sofort ein etwas kleinerer Prinz neben ihm. Das versuche ich ihm zu vermitteln. Aber sicher werde ich dabei hin und wieder Fehler machen.

GEdanken aus dem Wochenbett

Wenn Du wissen möchtest, wie Jakobs Geburt verlaufen ist, folge diesem Link!

David geht nun seit Montag wieder arbeiten, sodass hier allmählich wieder der Alltag Einzug hält. Noch habe ich ein paar Tage Schonzeit, da meine Mutter sich frei genommen hat, um mir etwas unter die Arme zu greifen. Aber spätestens ab nächste Woche geht es dann los – mein Leben als Zweifach-Mama. Und ich weiß, mein derzeitiges Gefühlshoch wird nicht ewig anhalten. Es wird Zeiten geben, in denen ich an meine Grenzen stoßen werde. In denen die Nerven blank liegen und ich mir nichts sehnlicher wünsche, als eine kleine Auszeit von diesem ganzen Chaos. Doch jetzt gerade – da genieße ich einfach das Glück und bin dankbar für alles, was da kommen mag. Ich bin bereit.

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