One Pot Ayurveda Bowl

One Pot Ayurveda-Bowl

Einer meiner großen Lebensträume ist es, eines Tages nach Indien zu reisen und dort alles über Ayurveda zu lernen. Ich bin der faszinierenden Welt der uralten Heilkunde, der Lebensphilosophie und natürlich der leckeren Küche einfach restlos verfallen. Wenn Du Lust auf ein schnelles Ayurveda-Rezept für den stressigen Alltag hast und mehr über die ayurvedische Ernährungslehre erfahren möchtest, dann bist du hier und heute genau richtig. 

Ayurveda – Viel mehr als nur Gewürze und Massagen

Wusstest Du, dass Ayurveda das älteste, noch praktizierte Medizinsystem der Welt ist? In Indien gibt es sogar einen eigenen, hoch angesehenen Universitätsstudiengang, der mit dem Doktortitel abgeschlossen wird. Du kannst Dir also vorstellen, wie umfassend und komplex Ayurveda ist. Ich möchte dir hier einen kleinen Einblick in diese faszinierende Heilkunde verschaffen und einige Basics an die Hand geben und insbesondere auf die drei Konsitutionstypen eingehen, die in der Ayurveda eine maßgebliche Rolle spielen.

Wenn Dich Ayurveda nicht so sehr interessiert wie mich, dann scrolle einfach gleich runter zum Rezept :).

Die drei Doshas – Gleichgewicht ist das Ziel

Das wichtigste Prinzip der ayurvedischen Lehre ist es, den Körper und Geist ins Gleichgewicht zu bringen. Hierbei spielen vorallem die drei Bio-Energien, die sogenannten Doshas eine entscheidende Rolle. Sie werden auch Konsitutions-Typen genannt.

Alle Menschen vereinen alle drei Doshas in sich: Vata, Pitta und Kapha. Jeder Mensch verfügt über eine ganz individuelle Kombination der Doshas, die seine Konstitution und Persönlichkeit ausmachen.

Die Doshas prägen die körperliche Erscheinung, Verhaltensformen und individuelle Änfälligkeiten für Krankheiten. Die meisten Menschen haben ein Dosha, das dominant ist. Wenn man weiß, welcher Dosha-Typ man ist, kann man dadurch Rückschlüsse auf die für sich passende Ernährungs- und Lebensweise ziehen. 

Vata

Vata ist verantwortlich für alle Bewegungsabläufe im Körper, sowohl physische als auch psychische. Vata steht für das Prinzip der Leichtigkeit und Veränderung. Vata ist kalt, flexibel, trocken und durchdringend.

Der Vata-Typ 

  • sehr groß oder sehr klein
  • schlank, dünn, zart
  • längliches Gesicht, kleine Augen
  • unregelmäßige Zähne und schmalere Lippen
  • geringes Gewicht und leichter Körperbau
  • trockene Haut, trockene Haare, lockiges Kringelhaar
  • Venen gut sichtbar
  • neigt zu trockener Haut
  • friert leicht, speziell an Händen und Füßen
  • begeisterungsfähig, geistig sehr wendig
  • geht Dinge schnell an
  • hat eine Abneigung gegen kaltes und windiges Wetter
  • unregelmäßiges Hungergefühl und unregelmäßige Verdauung, Neigung zur Verstopfung
  • schnelle Auffassungsgabe und gutes Kurzzeitgedächtnis
  • Neigung zu Sorgen und Kummer sowie zu leichtem und unterbrochenem Schlaf
  • spricht schnell und wechselt oft das Thema
  • kann Dinge nicht so gut ein- und durchhalten
  • verspricht viel, kann aber dann nicht einhalten
  • hat viele Ideen, bringt aber nur wenig zu Ende

Vata-Störungen

Ein zu hohes Vata entsteht durch übermäßige Belastungen auf körperlicher und geistiger Ebene sowie durch unausgeglichene Lebensweise und Energieverlust. 

Damit verbunden sind typische Beschwerdebilder wie: 

  • jede Art von Lockersein in Gelenken, Bändern oder Muskeln 
  • Blähungen, Verstopfung Schlafstörungen, Schlaflosigkeit 
  • häufige Schmerzen, Taubheit, Steifheit und Krämpfe 
  • Auszehrung, Gewichtsverlust, Zittern, Zuckungen, Schwindel 
  • Tinnitus, mentale Instabilität, Verlust der Körperkraft 
  • Neigung zu Sorgen, Ängsten, innerer Unruhe, Depressionen

In unserer westlichen Welt werden mehr als 80 Prozent aller Störungen durch Vata ausgelöst oder verstärkt. Umweltbelastung, Stress und bestimmte Lebensbedingungen tragen maßgeblich dazu bei.

Pitta

Pitta ist für alle biochemischen Aktivitäten verantwortlich (Verdauung, Stoffwechsel, Regulierung des Wärmehaushalts) Pitta hat einen Bezug zur Sonne und das Grundprinzip ist die Umwandlung. Pitta ist heiß und trocken.

Der Pitta-Typ

  • mittelschwerer Körperbau
  • geht Dinge mit mittlerer Geschwindigkeit an
  • arbeitet sehr systematisch und organisiert
  • Abneigung gegen Hitze
  • starker Hunger und gute Verdauung, kann Mahlzeiten schlecht ausfallen lassen
  • mittlere Auffassungsgabe und Gedächtnis
  • guter Redner
  • gibt Erlerntes systematisch wieder
  • unternehmenslustiger und mutiger Charakter
  • Neigung zu Ungeduld und Ärgerlichkeit
  • präzise und genau, Perfektionsneigung
  • leicht erregbar
  • bevorzugt kalte Speisen und kühle Getränke
  • Neigung zu Sommersprossen und Muttermalen
  • liebt Aufenthalt in der Natur, Meer, Berge
  • muss sich sportlich betätigen um sich gut zu fühlen
  • hoher Haaransatz, neigt früh zu Geheimratsecken und Glatzenbildung

Ein zu hohes Pitta entsteht durch zu viel Hitze im Körper, was durch viel Verantwortung, Erfolgsdruck, Konkurrenzkampf oder den übermässigen Genuss von sauren Speisen (Zitrusfrüchte, Milchprodukte, Fleisch, Alkohol) gefördert wird.

Damit verbunden sind typische Beschwerdebilder wie: 

  • Entzündungen und Eiterungen 
  • Neigung zu erhöhter Temperatur, Fieber und exzessivem Schwitzen 
  • saures Aufstossen, Sodbrennen, Magenbeschwerden und Durchfall 
  • Kopfschmerzen und/oder Migräne 
  • Schwächung des Sehvermögens 
  • Unreine Haut, Hautrötung, Hautausschlag 
  • Haarausfall 
  • Innere Anspannung, Ärger, Aggressionen und Ungeduld

Kapha

Kapha steht für Stabilität, das Nährende, Fürsorgliche, Mütterliche und ist auf körperlicher Ebene für alles Feste wie Knochen, Zähne und Nägel zuständig. Kapha ist kühl.

Der Kapha-Typ

  • stabiler und schwerer Körperbau, Neigung zu Übergewicht
  • große Stärke und Ausdauer
  • geht Dinge methodisch und langsam an
  • Neigung zu glatter und fetter Haut
  • geringes Hungergefühl und langsame Verdauung
  • ruhige und beständige Persönlichkeit
  • langsame Auffassungsgabe, aber gutes Langzeitgedächtnis
  • tiefer und langer Schlaf
  • kräftiges, eher dunkles Haar
  • schwer aus der Ruhe zu bringen
  • steht zu seinem Wort, bleibt dran
  • neigt zur Melancholie
  • nimmt Dinge schwer
  • neigt zur Jammerei und bewegt sich nicht so gerne

Kapha-Störungen entstehen meistens durch einen Mangel an Bewegung und Lebensfreude und ein Übermaß an süßer und fettiger Nahrung.

Damit verbunden sind typische Beschwerdebilder wie: 

  • Schweregefühl im Körper oder Erhöhung des Körpergewichts 
  • Verdickung der Gefäße, Wasseransammlungen, Ödeme, Fettleibigkeit 
  • Unbeweglichkeit, Schläfrigkeit, exzessiver Schlaf, Faulheit 
  • Kältegefühl übermäßige Schleimbildung in Bronchien, Atemwegen, Stirn- und Nebenhöhlen 
  • Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit und Schwermut

Das perfekte Vata-Gericht

Die meisten Menschen in unserer westlichen Welt haben ein dominierendes Vata. Das lässt sich mit unserer sehr stressigen Lebensweise erklären. Um Trockenheit des Vata entgegenzuwirken, eignen sich feuchte Speisen wie Suppen und Eintöpfe hervorragend. Meine One Pot Bowl hat zudem den Vorteil, dass sie superschnell und stressfrei zuzubereiten ist, da man nur einen einzigen Topf benötigt. Sie versorgt den Körper mit vielen wertvollen Kohlenhydraten und pflanzlichem Eiweiß. Das Garam Masala ist eine typische ayurvedische Gewürzmischung mit Zimt, Karadamom, schwarzem Pfeffer, Nelken und Kreuzkümmel. Es wärmt den Körper zusätzlich und wirkt so dem kalten Vata entgegen.

Ayurvedische One Pot Bowl

Vorbereitungszeit 25 Minuten
Zubereitungszeit 20 Minuten
Insgesamt 45 Minuten
Für 4 Personen

Zutaten

  • 250 g Couscous
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 1 Dose Kichererbsen, vorgegart
  • 1 Zwiebel
  • 2 Paprika (rot und gelb)
  • 1 Tomate
  • 1 Bund Koriander, gehackt
  • 1 Bund Petersilie, gehackt
  • 2 TL Garam Masala
  • 75 g geröstete Mandeln, gehackt
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 daumengroßes Stück Ingwer
  • 1 EL Kokosöl
  • Salz

SO GEHT’S

  1. Couscous gründlich waschen.

  2. Zwiebel, Knoblauch und Ingwer schälen und fein hacken.

  3. Paprikas und Tomate waschen, entkernen und in kleine Würfel oder Streifen schneiden.

  4. Das Kokosöl in einer Pfanne erhitzen und die Paprikas darin fünf Minuten braten

  5. Zwiebel, Knoblauch, Ingwer und Garam Masala hinzugeben.

  6. Nach weiteren fünf Minuten den Couscous, Kichererbsen und die Tomaten hinzugeben und mit Gemüsebrühe ablöschen.

  7. Nach circa 15 Minuten die gehackten Kräuter untermengen (einige Blätter aufheben) und mit Salz abschmecken.

  8. Beim Servieren mit den gehackten Mandeln und Koriander und Petersilie garnieren.

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