Nachhaltigkeit: Bewusster essen gegen den Klimwandel

Serie Nachhaltigkeit: Bewusst essen gegen den Klimawandel

Wir alle haben durch unser Konsumverhalten einen erheblichen Einfluss auf den Verlauf des Klimawandels. Das kann einem Angst machen. Es kann uns aber auch beflügeln und die Kraft geben, endlich die nötige Verantwortung zu übernehmen, um unseren Planeten und damit uns selbst zu retten. Ich möchte Dir auf meinem Blog Ideen geben, wie Du Dein Leben nachhaltiger gestalten kannst und Dir zeigen, dass sich ein konsumreduziertes Leben lohnt. Nicht nur für die Umwelt, sondern auch für Deinen inneren Seelenfrieden. Ich möchte Dich dazu anregen Dir immer und immer wieder die Frage zu stellen: Brauche ich das wirklich?

Teil 1 – Unsere Ernährung

Ich beginne diese Serie zum Thema Nachhaltigkeit bewusst mit meinem Steckenpferd: der Ernährung. Viele der Dinge, die ich im nachfolgenden ansprechen werde, setze ich so oder so ähnlich im Alltag bereits um und ich kann Dir aus meinem Erfahrungsschatz einiges mit an die Hand geben, was sich für mich und uns als Familie bereits bewährt hat. Doch auch ich bin nicht perfekt und kann noch einiges optimieren, um meinen negativen Einfluss auf die Umwelt durch ein bewusstes Ernährungsverhalten zu minimieren. Das habe ich in Zukunft vor und ich hoffe, Du begleitest mich dabei ein Stück und lässt Dich inspirieren.

Nachhaltigkeit: Bewusster essen gegen den Klimwandel

 

Pflanzenbasierte Ernährung – Der Schlüssel zu mehr Nachhaltigkeit

Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Aber tatsächlich hat die Wahl deines Essens einen erheblichen Effekt auf unser Klima. Die Umstellung auf pflanzliche Lebensmittel ist nicht nur für Deine Gesundheit von Vorteil, sondern trägt auch maßgeblich zur Gesundung unseres Planeten bei.

Laut der Agrarorganisation der UNO verursacht die Massentierhaltung mehr Treibhausgase als der gesamte globale Verkehr – also alle Autos, Schiffe und Flugzeuge zusammen! Dies hängt zum einen mit der enormen Menge an Futtermitteln zusammen, die Rinder und Schweine verschlingen und die in Form von billigem Soja produziert werden. Für die benötigten Anbauflächen werden riesige Flächen des Regenwalds gerodet. Allein im Amazonas sind es schon mehr als 60%. Dadurch verlieren unzählige Tierarten ihren natürlichen Lebensraum und wir alle den wichtigsten CO2-Senker unseres Planeten. Die Bäume.  Hinzu kommt, dass Rinder in ihren Mägen das Gas Methan produzieren. Methan ist 23mal klimaschädigender als CO2. Somit hat nicht nur Fleisch eine extrem schlechte Klimabilanz, sondern auch der Verzehr von tierischen Produkten wie Milch oder Käse. Ganz zu schweigen von den schrecklichen Qualen, denen die Tiere ausgesetzt sind, während sie in winzigen Käfigen auf ihr Ende warten oder dauerschwanger gemacht werden, um für uns Menschen Muttermilch zu produzieren, die eigentlich für ihre eigenen Babys bestimmt ist.

Aus moralischer Sicht ist für mich der Verzehr von tierischen Lebensmitteln schon längst nicht mehr akzeptabel. Daher ernähre ich mich fast ausschließlich vegan. Ich mache, seit ich nicht mehr schwanger bin, nur noch selten Ausnahmen und auch meinen Mann konnte ich endlich überzeugen, weitestgehend auf tierische Produkte zu verzichten. Nur beim Käse tut er sich noch schwer – bleibt aber dran. Unseren Kindern leben wir unsere Überzeugung vor und ernähren sie zu Hause ebenfalls fast ausschließlich pflanzlich. Im Kindergarten, bei den Großeltern oder auf Geburtstagen von Freunden lasse ich den Großen selbst entscheiden, was er isst und möchte ihn hier nicht bevormunden. Sein Verständnis für die vegane Ernährung wächst aber ganz natürlich, je älter er wird und ich bin gespannt, welchen Weg er selbst einschlagen möchte.

Auf meinem Blog findest Du viele vegane Rezepte – Lass Dich inspirieren.

Bio-Lebensmittel kaufen

Für mich ist der Kauf von Bio-Lebensmitteln eine Selbstverständlichkeit, allein schon aus gesundheitlichen Gründen – Stichwort Pestizide. Aber auch unserem Planeten zuliebe solltest Du Deinen Lebensmittelkonsum konsequent auf Bio umstellen. Die ökologische Landwirtschaft schont die Umwelt und die Ressourcen unseres Planeten, arbeitet ohne Gentechnik und sorgt für mehr Artenvielfalt auf den Äckern. Es gibt mittlerweile diverse Bio-Siegel, die alle mit unterschiedlichen Richtlinien für die Bio-Landwirte aufwarten. Hier kann man sich schnell verunsichern lassen oder das Vertrauen verlieren, da nicht überall wo Bio draufsteht auch wirklich viel Bio drin ist. Gerade im Discounter findet man sehr günstige Bio-Produkte, die aber nur den Mindestanforderungen für ökologisch produzierte Lebensmittel entsprechen. Ich empfehle Dir ausschließlich Produkte von Demeter und Naturland zu kaufen. Diese sind zwar im Vergleich etwas teurer, aber Du erhältst hochwertigere Produkte und unterstützt damit eine Landwirtschaft, die verantwortungsbewusst mit unserer Natur umgeht. Natürlich gibt es auch hier Luft nach oben, aber nach allem, was ich dazu gelesen habe, sind diese Siegel am vertrauenswürdigsten. Grundsätzlich muss man für gute Bio-Lebensmittel tiefer in die Tasche greifen. Wir haben uns leider daran gewöhnt, sehr günstig und bequem zu konsumieren. Hier muss ein radikales Umdenken stattfinden. Ich gebe zum Beispiel sehr viel Geld für Nahrungsmittel aus und reduziere mich dafür auf vielen anderen Gebieten. Genau darum geht es ja beim Thema Nachhaltigkeit. Den eigenen Konsum drastisch zu senken und dafür mehr Wert auf Qualität zu legen.

Nachhaltigkeit: Bewusster essen gegen den Klimwandel

Saisonal und regional essen

Wir haben uns daran gewöhnt, alles was wir haben wollen, immer und überall zu bekommen. So findet man in unseren Supermärkten zum Beispiel Erdbeeren im Winter. Die schmecken zwar nach nichts, aber gekauft werden sie trotzdem. Wenn Du regional und saisonal einkaufst, tust Du nicht nur Deiner Gesundheit etwas Gutes. Denn saisonales Obst und Gemüse aus unserer Klimazone kann auf dem Feld ausreifen und nur dann liefern sie die Vielzahl an wertvollen Inhaltsstoffen, die unser Körper benötigt. Aber auch für die Umwelt ist es wichtig, auf regionale und saisonale Produkte zurückzugreifen. So vermeidet man lange Transportwege oder den hohen Energieverbrauch der Treibhäuser und Folientunnel. Natürlich gibt es Produkte wie Bananen oder Avocados, die nicht in heimischen Gefilden wachsen. Hier solltest Du immer auf vertrauenswürdige Fair Trade und Bio-Labels achten und die Produkte so selten wie möglich kaufen. Ich habe früher viel häufiger Avocados gekauft, da wir sie alle lieben und sie so gesund sind. Mittlerweile habe ich das sehr eingeschränkt. So ist der Verzehr dieser exotischen Frucht wieder etwas besonderes geworden. Etwas worauf wir uns freuen. Diese Erfahrung ist unheimlich bereichernd und ich möchte in Zukunft noch mehr darauf achten, regionale und saisonale Ware zu kaufen. Einmal wöchentlich werden wir von der Märkischen Kiste mit regionalen Obst- und Gemüsesorten beliefert. Solche Biokisten-Lieferdienste schießen ja momentan wie Pilze aus dem Boden und ich kann es nur empfehlen. Einfacher kann man sich nicht nachhaltig ernähren.

Müll vermeiden

Ein riesiges Problem stellt die Umenge an Verpackungsmüll dar, die wir durch den Kauf unserer Lebensmittel produzieren. Besonders im konventionellen Supermarkt ist es unmöglich, plastikfrei einzukaufen. Auch hier stellt die Biokiste eine tolle Alternative dar. Das Obst und Gemüse wird lose oder in Papiertüten geliefert. Immer mehr Bio-Supermärkte oder Unverpackt-Läden bieten auch die Möglichkeit, eigene wiederverwendbare Verpackungen wie Baumwollbeutel oder Tupperware mitzubringen und so die Lebensmittel nach Hause zu transportieren. Gerade bei Obst und Gemüse, Nudeln, Hülsenfrüchten, Nüssen oder Backwaren ist das ganz simpel und du sparst sehr viel Müll.

Getränke kaufe ich ausschließlich in Glas-Mehrwegflaschen und Wasser gibt es bei uns nur aus der Leitung. Darüber hinaus mache ich so viel wie möglich selbst. Brot und Brötchen, Marmelade, Apfelmus und auch unsere Hafermilch kommt immer häufiger selbst gemacht auf den Tisch. Hier möchte ich in Zukunft noch mehr tun, denn so lässt sich eine Menge unnötiger Verpackung vermeiden.

Nachhaltigkeit: Bewusster essen gegen den Klimwandel

Lebensmittel nicht wegwerfen!

Jahr für Jahr landen in Deutschland 11 Tonnen Lebensmittel im Müll. Ein absoluter Skandal und ein Zeugnis dafür, wie verantwortungslos wir mit den Ressourcen unseres Planeten umgehen. Allein für diese nicht verwerteten Lebensmittel werden rund 30% unserer Anbauflächen genutzt. Unnötig!

Da die Produktion von Lebensmitteln unter unserem Radar stattfindet, haben wir Menschen überhaupt kein Bewusstsein mehr dafür, wieviel Energie dafür aufgewendet werden musste. Wir gehen einfach in den Supermarkt, schnappen uns die fertigen Produkte und wenn die Augen größer waren als der Magen, landet das Essen einfach im Abfalleimer. Dieser verschwenderische Umgang ist absolut verheerend für die Umwelt und zynisch und respektlos im Hinblick auf die Menschen in ärmeren Ländern, die an Durst und Hunger leiden.

Wir können so viel tun, um die Verschwendung von Lebensmittel zu vermeiden. Zum Beispiel reicht es schon, einen Einkaufszettel zu schreiben und wirklich nur das in bedarfsgerechten Mengen einzukaufen, was benötigt wird. Keine spontanen Entscheidungen aus der Laune heraus oder den Großeinkauf am Wochenende. Besonders frische Ware sollte immer dann gekauft werden, wenn man es auch verarbeiten möchte. Das Mindesthaltbarkeitsdatum kann man übrigens bei den meisten Lebensmitteln ignorieren und stattdessen auf die eigenen Sinne vertrauen.

Reste, die beim Essen im Restaurant oder auch zu Hause übrig geblieben sind, können entweder eingefroren oder am Folgetag verwertet werden. Dazu werde ich mir in Zukunft Rezepte einfallen lassen, um Dir zu zeigen, wie Du aus übrig gebliebenen Lebensmitteln schnell und einfach ein leckeres Gericht zauberst.

Manchmal gibt es aber einfach Lebensmittel, die man nicht mehr verwerten kann oder möchte – zum Beispiel, weil man in den Urlaub fährt. Wenn kein/e NachbarIn einspringen kann, ist die Plattform foodsharing.de eine geniale Möglichkeit, um Lebensmittel vor dem Mülleimer zu retten. Hier kannst Du Dir innerhalb wenige Minuten ein Nutzerkonto einrichten und Deine Lebensmittel kostenlos an andere Menschen verschenken. Natürlich kannst Du umgekehrt auch Lebensmittel von anderen Foodsharing-Mitgliedern übernehmen und so eine Menge Geld sparen. Ich habe das Prinzip noch nicht ausprobiert, aber ich bin angemeldet und werde das zeitnah nachholen.

Nachhaltigkeit: Bewusster essen gegen den Klimwandel

Clean Eating

Beim Clean Eating ernährt man sich bevorzugt von gering verarbeiteten Lebensmitteln. Dies ist zum einen viel gesünder, da so alle Nährstoffe erhalten bleiben und man selbst die Kontrolle darüber hat, was man isst. Clean Eating ist zudem sehr nachhaltig, da man durch das Selbermachen viel Verpackungsmüll und Energie, die während des Prozesses von industriell hergestellter Produkte aufgebracht werden muss, einsparen kann. Wenn Du mehr über Clean Eating erfahren möchtest, kann ich Dir diesen Artikel ans Herz legen.

Ich hoffe, dieser Artikel lädt Dich dazu ein, Dich für unsere Umwelt bewusster zu ernähren und die Ressourcen unseres Planeten so gut es geht zu schonen. Ich freue mich über jegliches Feedback! 

Alle Fotos, die Du hier siehst, wurden von der wundervollen Chiara Doveri gemacht.

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